Black Veil Brides 21.03.2012 Köln Essigfabrik

03Wer sich mit der Band Black Veil Brides auskennt weiß, die Verletzungsrate von Andy Biersack ist relativ hoch. Gebrochene Rippen, gebrochene Nase, Andy scheint es gefährlich zu lieben. Letzteres war vergangenes Jahr der Grund für die Amerikaner ihr angekündigtes Konzert in Köln absagen zu müssen. Gestern war es dann soweit: Mit der Band D.R.U.G.S. – was für ‚Destroy rebuilt until God shows‘ steht und dessen Gitarrist ein enger Freund Biersacks ist – kam die Band endlich nach Deutschland.

Nachdem das Luxor letztes Jahr bereits ausverkauft war, verlegte man das Konzert dieses Jahr in die größere Essigfabrik. Und dort war eine halbe Stunde vor Einlass bereits einiges los, der Alterdurchschnitt bewegte sich allerdings unterhalb der Volljährigkeit. Einige der Fans kamen im Make up ihrer Lieblingsbandmitglieder, die sich a la KISS mutig im schwarz-weißen Farbtopf austoben, andere zeigten ihre Fanliebe mit T-Shirts ihrer Lieblingsband.

Den Einlass sowie die Vorband verpassten wir leider aufgrund des Interview, welches wir mit Bassist Ashley Purdy hatten, der uns Rede und Antwort stand. Wir waren aber pünktlich zur Umbaupause zurück. Um Punkt neun Uhr gingen dann auch die Lichter aus und die Black Veil Brides kamen auf die Bühne. Mit viel Nebel und noch mehr Bass ging es mit ‚New Religion‚ los, obwohl gerade der Nebel es einem schwer machte die verschiedenen Mitglieder auszumachen. Leider ließ auch der Sound der Essigfabrik etwas zu wünschen übrig. Die Stimme des Sängers ging immer wieder im Beat der Drums unter und man fragte sich ob die Einstellungen an den Vorlieben der Tontechniker lagen oder der Ton in der Essigfabrik sich wirklich so enorm verändert hat. Man weiß es nicht genau, aber das machte es schon schwer den Abend zu genießen. Das Bisschen allerdings, was man von der Stimme des Sängers mitbekam, ließ einen glauben einen alten Haudegen auf der Bühne stehen zu haben, dessen liebster Zeitvertreib rauchen und trinken ist.

Was Ersteres anging war Andy sehr bemüht dem Publikum zu zeigen, was er vom Rauchverbot in Hallen hält. Entweder das oder es gehört zum Part des Bad Boy Images, das er zu pflegen scheint. Denn bis auf Posen, rauchen, sich bejubeln lassen und den Kragen seiner Weste immer wieder hochzuschlagen passierte nicht viel. Und da sollte man doch eigentlich gemeint haben, dass die Verletzungen der Vergangenheit durch waghalsige Stunts zustande gekommen sind. Diese schien er dann wohl für den Abend abgelegt zu haben.

08Etwas über eine Stunde spielten die Brides und mag man auch etwas verwundert sein über die Bühnenpräsenz eines Andy Biersacks kann man dennoch sagen, das der Rest der Band ganz genau weiß was sie mit ihren Instrumenten tun. Ein guter Beweis dafür war das Drumsolo von CC. Auch das Zusammenspiel der Band war nett anzuschauen, alle waren bemüht eine gute Show abzuliefern und die Menge anzuheizen, trotz der nicht ausverkauften Halle. Jedes Lied wurde mit frenetischem Jubel empfangen und aus vollen Kehlen wurde mitgesungen, was Sänger Andy recht gelegen kam und ihm die Gelegenheit gab hin und wieder mal eine Zigarette anzuzünden und dem Publikum den Rest zu überlassen. Die alten Lieder wie ‚All your hate‚ oder auch ‚Knives & Pens‚, mit dem die Band ihren Durchbruch hatte, wurden genauso enthusiastisch aufgenommen, wie Songs ihres neueren Albums. Gerade Hits wie ‚Fallen Angels‚ oder ‚Rebel Love Song‚ wurden von Fans mit lautem Jubel aufgenommen. Allerdings stellte sich mir die Frage, ob den Anwesenden bewusst war, dass ‚Rebel Yell‚ – einer der Songs der kürzlich erschienen EP – ein Cover Song des großen Billy Idol ist. Man kann nur das Beste hoffen.

Alles in allem versuchen die Black Veil Brides mit ihrem Senkrechtstart gut umzugehen. Zwei Alben in etwas über einem Jahr ist etwas, was man nicht von jeder Band bekommt. Allerdings, schaut man sich diese Performance an, ist der Erfolg, den das nun mit sich zog, anscheinend nicht allen gut bekommen. Entweder das oder es gehört mit zur Show. Objektiv betrachtet war das Konzert eine solide Leistung von guten Musikern, die Spaß an dem haben was sie tun. Allerdings sollte das im Vordergrund stehen. Das und eine gute Show für die Fans und nicht was nun die beste Pose ist um auf Fotos gut rüberzukommen.

Setlist
New Religion
God Bless You
Rebel Yell
All Your Hate
Love Isn’t Always Fair
Set The World On Fire
The Legacy
Rebel Love Song
Knives & Pens
Fallen Angels

Perfect Weapon

Melle/Rockinwords

Rockintalks: Black Veil Brides (Ashley Purdy)
http://www.bvbarmy.com

Rockinconcerts: Black Veil Brides
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