04.11.08. Matrix – Bochum

weds03.jpgEin Wednesday 13 kann nicht ruhen und so ist es nicht verwunderlich, dass er bereits fünf Monate nach seiner ersten Tour in diesem Jahr Deutschland einen neuen Besuch abstattet.
Kurz vor Einlass tummeln sich bereits die ersten Fans des sympathischen Zombies vor der Türe der Bochumer Matrix. Schwarz gekleidete Gestalten, deren bunte Shirtaufdrucke bereits verraten, wer heute Abend zu Besuch ist, reihen sich aneinander, um durch die strengen Kontrollen des Clubs zu kommen und sich ihre Plätze in der schlauchähnlichen Halle zu sichern. Bereits vor Beginn des Konzertes kann man Jonny Chops, seines Zeichens Drummer bei Wednesday, unerkannt durch die Räume wandern sehen. Einige der Besucher warten noch in den Raucherbereichen auf die Band aus Amerika und lassen so die Vorband Big Boy an sich vorbei ziehen.
bb03.jpg Mittlerweile leicht von Paranoia geplagt, hatte ich den Namen der Vorband zuvor amüsiert zur Kenntnis genommen und warte nun gespannt auf den Auftritt der vier jungen Männer, die mit Terror Era das Konzert eröffnen. Anfänglich noch verhaltene Stimmung vor der Bühne, während auf ihr das Leben tobt. Und zwar ist dort ein aufgedrehter Big Boy zu sehen sowie A-K, die beide von rechts nach links wandern und ihr Können zum Besten geben, ebenso wie Gabor, der mit seinem überzeugenden Gitarrenspiel begeistert. Die Setlist an diesem Abend setzt sich zum größten Teil aus neuen Songs zusammen, von denen mir Love Is Almost Perfect im Nachhinein sehr gut im Gedächtnis blieb. Immer wieder sucht der Frontmann die Nähe zum Publikum, wandert auf den Boxen am Rand entlang und kollidiert hin und wieder mit dem blonden Bassisten, was beide nicht von ihrer Arbeit abzulenken scheint. Erst gegen Ende schallen bekanntere Klänge aus den Verstärkern und so können die wenigen, die bereits Bekanntschaft mit dem großen Jungen gemacht haben, lauthals zu One Good Reason, Gestasi Baby und Hail The Big Boy mit singen und feiern. Ein sehr guter Auftritt, der mich darin bestärkt, dass sie nur noch in Bochum spielen sollten.
Nach einigen unerfüllten Zugaberufen erscheinen die ersten Roadies auf der Bühne. Es ist Zeit für Wednesday 13. Unter zwei schwarzen Laken tauchen rechts und links auf der Bühne Clownfiguren auf, die sehr an Stephen Kings „Es” erinnern und die in furchteinflößender Manier die Banner des Hauptacts bewachen. Doch was kann man anderes von Mr. Poohl so kurz nach Halloween erwarten?
Nach einem kurzen Check gehen die Lichter aus und Zirkusmusik dringt aus den Boxen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet schleicht eine maskierte Gestalt über die Bühne, die das Szenario perfekt macht und mit großen Gesten als Vorbote von Wednesday 13 eben diesem Platz macht. Diesmal nur zu viert erscheinen Wednesday 13, Jonny Chops, Nate Manor und J-Sin in dunkler Einheitskleidung auf der Bühne und lassen bereits beim Intro ordentlich die Wände wackeln.
weds14.jpgWieder vollkommen genesen von seinem Unfall (Anmerk.d.Red.: Nähere Infos dazu im Interview mit Wednedsday13) lässt es sich der aus South Carolina stammende Sänger nicht nehmen, wieder selber zur Gitarre zu greifen. Ein Lied jagt das nächste und wie auf der Bühne können die Fans davor auch jede Zeile mitsingen. Nach 197666 und Die My Bride gibt es – wie sollte es auch anders sein – Songs vom neuen Album zu hören, welches erst im Mai diesen Jahres veröffentlicht wurde. So kommt das Publikum in den Genuss, den Titeltrack des Albums Skeletons zu hören, ebenso wie From Here To The Hearse und dem ebenfalls sehr gelungenen Song Put Your Deathmask On. Allerdings scheint das Augenmerk an diesem Abend, was die Setlist betrifft, auf älteren Songs zu liegen und so darf auf keinen Fall House By The Cemetry fehlen, bei dem die Menge vor der Bühne richtig in Bewegung gerät.
Auch I Walked With A Zombie steht natürlich mit auf dem Programm, zu dem – wie immer – ein solcher auf die Bühne kommt. Ein weiterer Gast namens Jason darf bei dem Song Haddonfield begrüßt werden, denn ein Wednesday 13 lässt sich gerade zu Halloween nicht lumpen.
Wie immer verzichtet der Horror-Punk auf große Reden zwischen den Songs und bietet dem geneigten Publikum über eine Stunde pure Unterhaltung, die sich immer wieder aufs neue lohnt anzuschauen, egal wie oft man die Band bereits gesehen hat. Denn selbst dann freut man sich noch über die Konzertklassiker wie I Want You… Dead, I Love To Say Fuck und RAMBO.
Ein Blick auf Wednesdays Krawatte und ein Schmunzeln ist unvermeidlich. “Fuck Off” prangt in großen Lettern auf dem weißen Stoff. Und dennoch weiß man, dass seine Fans sich nicht verpissen sollen. Schließlich ist es erneut wieder nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Tour angekündigt wird.

Melle/Rockinwords

www.wednesday13.com
www.myspace.com/officialwednesday13

Wednesday13 live @ Matrix Bochum

Rockinconcerts: Wednesday 13
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Ein Gedanke zu „Rockinconcerts: Wednesday 13

  • 11. November 2008 um 3:29 pm
    Permalink

    Terror Era war nich der erste Song, dass war doch Pony Girl. So stands jedenfalls auf der Setlist.Schöne Review!!!!

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