Paramore – 06.12.2009 – Köln (Palladium)

P1070164.jpg‘Thank you for a sold out show’ – Überall in der Gegend um das Palladium herum verdeckte am Abend des 06.12.2009 dieses Dankeschön die Plakate der Brand-New-Eyes-Tour von Paramore. Verlegt aus der Live Music Hall war auch das Kontingent der zusätzlichen Tickets innerhalb weniger Wochen verkauft und so bildete sich vor der Kölner Konzerthalle mal wieder eine Schlange, die sich über mehrere 100 Meter bis zur nächsten Hauptstraße zog. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite, vor dem E-Werk, hatte man netterweise schon Dixi-Klos aufgestellt – ob für die zu 90% minderjährigen Konzertbesucher oder deren ausharrenden Eltern sei dahingestellt.

Paramore waren natürlich nicht allein unterwegs sondern brachten Verstärkung aus den USA und Großbritannien mit: Now, Now Every Children aus Minneapolis, Minnesota läuteten den Abend ein und trugen eine halbe Stunde lang elektro-rockige, leider auch ziemlich gewöhnungsbedürftige Stücke vor. Nach ihnen betraten Paper Route aus Nashville, Tennessee die Bühne, welche teils sehr sanfte und teils sehr rockige Songs anstimmten, jedoch auf mit einem kurzen Set eine rundum gelungene Mischung ablieferten, die leicht an Funeral For A Friend erinnerte und auch beim Publikum sehr gut ankam. Die ersten beiden Vorbands wurden jedoch von ihren britischen Musikerkollegen Youmeatsix getoppt, die kurz vor Paramores Auftritt die Halle bereits zum Kochen brachten. Der Stimmung nach zu urteilen hatte man es hier keineswegs mit einer unbekannten Band zu tun und als sie auch noch Lady Gagas ‚Pokerface‘ auf eine rockige und dabei unglaublich gute Art und Weise performten, hatten sie die Zuschauer vollends für sich gewonnen.

Nach anderthalb Stunden Vorband-Sets und diversen Umbauarbeiten auf der Bühne, ging um Punkt 21.00 Uhr das Licht aus und 4000 Menschen hoben ihre Stimmen um die Hauptakteure des Abends zu begrüßen. Nach und nach nahmen Drummer Zac Ferro, die Gitarristen Joshua Ferro und Taylor York, Bassist Jeremy Davies, und schließlich Sängerin Halyey Williams ihren Platz auf der Bühne ein.

P1070155.jpgBereits von der ersten Minute an wirbelte die zierliche Sängerin über die Bühne, als hätte sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan. Opener des Abends war ‚Ignorance‘ aus dem aktuellen Album ‚Brand New Eyes‘. Haley begrüßte überschwänglich das Publikum und bedankte sich für diese ausverkaufte Show bevor der erste Hit – bekannt aus dem Film ‚Twilight‘ – ertönte: ‚I Caught Myself‘.
Jedes einzelne Wort wurde von den Fans wortwörtlich mitgeschrien. Bereits hier zu Beginn des Konzerts entwickelte sich eine einzigartige Atmosphäre, in der sowohl Band als auch die Zuschauer eindeutig für die nächsten anderthalb Stunden gefangen sein würden.
Mit dem allseits bekannten ‚That’s What You Get‘ ging es weiter und Hayley forderte immer wieder das Publikum auf, einen Teil ihres Gesangsparts zu übernehmen, was auch lautstark angenommen wurde. Die 21-jährige sprang und tanzte über die Bühne und man wunderte sich immer wieder, wie so eine zarte Person ihre Band und 4000 Menschen so fest im Griff haben kann. Aber es funktioniert tadellos, wahrscheinlich dank ihrer Sympathie und ihrer Unbeschwertheit, die sie ausstrahlt.
Es folgte eine sehr gemischte aber ausgewogene Setlist aus etwas älteren Songs aber auch Stücken des aktuellen Albums. Zwischendurch kämpfte Hayley mit ihrem I-phone, weil sie unbedingt ein Foto von der Menge machen wollte und nach einigen Anweisungen vom Rest der Band und dem ein oder anderen Kicheranfall ihrerseits war es doch vollbracht und nach der Ankündigung, dies mit der ganzen Welt via Twitter zu teilen (natürlich konnte man nachts bereits besagten Tweet auf Twitter sehen), wurde sofort weiter gerockt. Ruhig wurde es zum ersten Mal bei der Ballade ‚The Only Exception‘. Hier und da ging ein Feuerzeug an und alle nutzen die Zeit um einmal tief durchzuatmen und sich die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen ebenso wie Hayleys Stimme, der man überhaupt nicht anhörte, dass sie etwas angeschlagen war. So stand da diese vielleicht 1,60m kleine Frau mitten auf der großen Bühne des Palladiums und ein paar tausend Menschen lauschten gebannt ihrer Stimme. Einmalig.
Doch wie man es sich schon denkt, kann diese Band nicht lange die ruhige Schiene fahren. Daher wurden mit ‚Pressure‘ und ‚Careful‘ sofort wieder ganz andere Töne eingeschlagen und die Band wurde einfach nicht müde, über die Bühne zu fegen und um ihr Leben zu spielen. Zwischendurch wurde es noch einmal kurz ruhig auf der Bühne, als Hayley eine bestimmte Person im Publikum suchte, die angekündigt hatte, unbedingt einmal mit Paramore auf der Bühne stehen zu wollen. Gesagt, getan und schon stand Alex, ein junger Mann, im Graben und kletterte auf die Bühne. Gitarrist Joshua lief auf ihn zu, drückte ihm seine Gitarre in der Hand und noch während er dem überglücklichen Fan ermutigend auf die Schulter klopfte, fing dieser schon an zu spielen. Für einen kurzen Moment blieb der Band der Mund offen stehen, so selbstverständlich wie Alex anfing, das Lied anzustimmen, doch dann setzten die Drums und Hayley mit ein und der junge Mann erlebte wohl einen der schönsten Momente seines Lebens.
Das Konzert wurde vorerst mit dem Twilight-Hit schlechthin beendet und zwar ‚Decode‘. Noch einmal ging die Band völlig aus sich heraus und das Publikum feierte sie dabei, was das Zeug hielt.
Nach dem Miracle Outro verließ die Band um Hayley Williams herum die Bühne, doch nach lauten Beifallrufen ging das Licht auf der Bühne ein weiteres mal an, es folgten die Zugaben ‚Misguided Ghost‘, ‚Playing God‘ und ‚Brick By Boring Brick‘. ‚Misguided Ghost‘ wurde natürlich nur begleitet von zwei Akustikgitarren und wohl alle im Raum wünschten sich hier, dass dieser Abend nie enden würde.
Leider wurde dieser Wunsch nicht erfüllt und nach anderthalb Stunden war die Bühne leider wieder leer, während das Publikum sich teilweise immer noch vor Begeisterung die Seele aus dem Leib schrie. Fazit: Ein starke Band mit einer für ihr Alter und Auftreten unglaublich starken Sängerin, die uns hoffentlich ganz bald wieder beehren wird.

Setlist:

Intro
Ignorance
I Caught Myself
That’s What You Get
Looking Up
Emergency
Crushchrushcrush
Turn It Off
The Only Exception
Pressure
Careful
Where The Lines Overlap
Decode
Miracle Outro
Encore

Misguided Ghost
Playing God
Brick By Boring Brick

Molle / Rockinwords

Rockintalents: Paramore
Rockintalks: Paramore

www.paramore.net
www.myspace.com/paramore

Rockinconcerts: Paramore
Markiert in:             

5 Gedanken zu „Rockinconcerts: Paramore

  • 17. Januar 2010 um 6:07 pm
    Permalink

    das konzert war echt super geil!
    bei der setlist müsste es misery business anstatt playing god sein wenn ich mich recht erinnere^^
    ich würd mal gerne wissn ob ihr auch videos gemacht habt, so wie z.b. bei der myspace secret show.
    super artikel!

  • 17. Januar 2010 um 9:02 pm
    Permalink

    Hallo Lara,

    leider haben wir keine Videos gemacht.
    Schön, dass dir der Artikel gefällt!

  • 18. Januar 2010 um 2:45 pm
    Permalink

    schade…
    aber sound habt ihr auch nicht aufgenommen oder?

  • 18. Januar 2010 um 6:14 pm
    Permalink

    nein, natürlich nicht

  • 18. Oktober 2012 um 12:35 am
    Permalink

    Moin, cooler artikel! gut gelungen. der junge mann, der da auf die bühne gesprungen ist, war ich und der hieß chris =)…aber alex ist mein zweiter vorname, passt also auch…du hast nicht zufällig noch bilder von der aktion für mich? lg chris

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.