HIM – 11.03.2010 Esch-sur-Alzette / Luxemburg (Rockhal Club)

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In der zweiten Märzwoche bereisten altbekannte Gesichter Deutschland, die Niederlande und Luxemburg: HIM. Die Finnen rund um Ville Valo hatten sich aufgemacht um ihr neues Album Screamworks: Love In Theory And Practice zu promoten.
Am 11.03.2010 hatten die Fans aus Luxemburg und Umgebung ein letztes Mal die Chance, die Band live zu sehen, bevor sie sich zwei Tage später auf den Weg nach England machten.
Bereits Stunden vor der Show hatten sich einige hundert Fans vor der Rockhal in Esch sûr Alzette ordentlich in Reih und Glied aufgestellt, um in der Kälte auf den Einlass zu warten. Hier und da wurden noch Tickets für das ausverkaufte Event gekauft und verkauft und sogar Fans aus Russland waren angereist.
Pünktlich um 20.00 Uhr öffneten sich schließlich die Tore und der mehr als schleppende Einlass ging los. Taschen wurden kontrolliert, Besucher abgetastet und Kameras kurzerhand abgenommen – sehr zu dem Leidwesen der Fans, die sich gedanklich von sämtlichen bildlichen Erinnerungsstücken verabschieden mussten.
Nach und nach nahmen die Besucher ihre Plätze in dem kleineren Saal des Komplexes – im 1200 Menschen fassenden Rockhal Club – ein. Die Atmosphäre war gewohnt entspannt, wie es meistens in Luxemburg ist und trotz einer ausverkauften Show hatte man sogar in den ersten paar Reihen genug Platz.

Um 20.30 Uhr betrat die Vorband die Bühne: Dommin aus Los Angeles, Californien. Die vier Jungs stellten das dar, was bei HIM-Konzerten oft vergönnt geblieben war, nämlich ein Support, der Spaß macht und gefällt. Mit energiegeladenem, dunkel angehauchtem Rock spielten Dommin eine halbe Stunde lang und heizten dem Publikum spätestens mit ihrem Cover von I Just Died In Your Arms Tonight – unterstützt von den Zuschauern – ein und gewannen somit die Sympathie aller Anwesenden.
P1070187Nach einer halben Stunde machten die Jungs aus der Stadt der Engel jedoch Platz auf der Bühne für die Hauptakteure des Abends. Rund 45 Minuten lang bereitete die HIM-Crew geschäftig alles für das Highlight des Abends vor.

Und dann ging das Licht aus, Jubel ertönte und mit ihm auch das Intro Dressed In Black von den Shangri Las aus den 60er Jahren. Dann betraten die Finnen die Bühne. Den Anfang machten Drummer Gas, Keyboarder Burton, Gitarrist Linde und Bassist Migé und als sich die Lautstärke der Fans um noch eine Stufe steigerte, war klar, wer nun die Bühne betreten hatte: Sänger Ville Valo. Gewohnt lässig lächelte er in die Menge und nahm seinen Platz am Mikro ein. So ruhig wie das Intro den Auftritt eingeleitet hatte, so temporeich war der Opener Like St. Valentine. Bereits dieser Song war ein Beispiel dafür, wie gut die Stücke des neuen Albums live funktionieren. Nach einer kurzen Begrüßung seitens des Fronters ging es direkt weiter mit dem altbekannten Right Here In My Arms und der Dark-Light-Single-Auskopplung Rip Out The Wings Of A Butterfly. Die Band zeigte sich durchweg professionell und gut gelaunt, besonders Sänger Ville und Bassist Migé schienen einen riesigen Spaß auf der Bühne zu haben. Auch wenn man die Zwiegespräche der beiden nicht verstehen konnte, war es schön, einen nüchternen Ville Valo auf der Bühne stehen zu sehen, der eindeutig Gefallen an dem hatte, was er und der Rest von HIM dort oben zustande brachten. Und auch, wenn hier und da mal wieder der eigene Text vergessen oder spontan umgeändert wurde; Valos Stimme klang so gut wie eh und je und sogar die Zigaretten hatte der Frontmann wohl backstage gelassen. Die neueste Hitsingle Heartkiller durfte natürlich nicht fehlen und wurde gefolgt von der ewigen Hymne Join Me In Death. Das Publikum ließ sich natürlich nicht lumpen und sang jedes einzelne Wort mit. Es schien als würde mit jedem Lied die Stimmung der Fans und der Band steigen. Kurzzeitig wurde das Set nur von Ville unterbrochen, der irgendwelche Störgeräusche zu hören schien und wild gestikulierend mit dem Tontechniker kommunizierte und schließlich auf die Monitore am Bühnenrand deutete. Ein Perfektionist, der er ist, könnte man meinen, er würde sogar hören, wenn eine Maus über die Bühne lief, denn weder den anderen Musikern noch dem Publikum schien irgendetwas am Ton aufgefallen zu sein. Nach einem Valoschen Monolog auf Finnisch und der abschließenden Erklärung ‚That was finnish!‘ ging es weiter mit der Show – bevor der Sänger ein bisschen mit dem Mikroständer über die Bühne wanderte, im Endeffekt dann aber doch wieder zufrieden mit der Akustik war. Neben dem Klassiker Poison Girl wurde das unter ständigem Einsatz der Zuhörer Buried Alive By Love aus dem Album Love Metal gespielt bevor die Atmosphäre zu dem darauffolgenden sehr viel ruhigeren Disarm Me (With Your Loneliness) – der Ballade schlechthin – beinahe verträumt wurde. Schade, dass nur hier und da ein Feuerzeug aufleuchtete, denn bei keinem anderen Lied wären diese angebrachter gewesen. Der Abend endete mit einem lang vermissten Song, der die Anfänge von HIM repräsentiert wie kaum ein anderer: When Love And Death Embrace. Und während der Rest der Band den vorerst letzten Teil der Setlist ausklingen ließ, machte sich der Frontmann mit einem ‚Thank You!‘ bereits auf den Weg hinter die Bühne. Zurück blieben schließlich die Besucher mit ihren unermüdlichen ‚We Want More!‘-Rufen und Pfiffen.

P1070200HIM ließen sich relativ lange bitten und man fragte sich doch hier und da, ob das Licht jeden Moment angehen würde – doch just in jener Minute ging ein Raunen durch die Menge und Gas, Burton, Linde und Migé betraten ein weiteres Mal die Bildfläche. Zum zweiten Mal kam Ville auf die Bühne geschlendert, bedankte sich noch einmal für den Applaus und sagte schließlich, dass sie weitermachen könnten, wenn Burton soweit wäre. Erwarungsvoll wanderten die Blicke zu dem Keyboarder und schon erklang das wunderschöne Intro von The Sacrament. Lange hatte man den Song live nicht mehr gehört und gerade für diese Band war es bemerkenswert, dass die Setlist Abend für Abend geändert wurde – wurde doch schließlich oft genug eine ganze Tour lang dieselbe Setlist abgearbeitet. Unter Jubeln wurde der Song gefeiert, gefolgt von einem weiteren und somit letzten Song der neuen Scheibe Screamworks: Love In Theory And Practice, Scared To Death. Ganze drei Zugaben spielten HIM und zu der letzten kam die Gott sei Dank vorhandene Discokugel zum Einsatz. Der ganze Raum schien sich zu drehen und war getaucht in Lichterpunkte während Funeral Of Hearts erklang. Dieser Song, der eine ganz eigene Stimmung erschuf, bildete einen gelungenen Abschluss des Abends und unter Schreien und Klatschen verabschiedete sich die Band, die man eigentlich noch gar nicht von der Bühne lassen wollte. Doch nach 1,5 Stunden war das Ende leider gekommen und die Bühne sowie die Rockhal an sich wurden geräumt.
Auch wenn HIM nicht die Band ist, die die Kommunikation mit dem Publikum sucht, so sind sie eine über die Jahre durchweg professionelle Band geblieben, der man endlich wieder ansehen konnte wieviel Spaß sie auf der Bühne haben – mit einem Sänger, der seine Songs mit soviel Gefühl vorträgt, dass man gar nicht weghören könnte, wenn man denn wollte.

Setlist:

Like St. Valentine
Right Here In My Arms
Rip Out The Wings Of A Butterfly
Heartkiller
Join Me In Death
The Kiss Of Dawn
Katherine Wheel
Poison Girl
Buried Alive By Love
Disarm Me (With Your Loneliness)
Your Sweet 666
Wicked Game
When Love And Death Embrace
——————————————–
The Sacrament
Scared To Death
The Funeral Of Hearts

Molle / Rockinwords

www.heartagram.com
www.myspace.com/heartagram

Rockinconcerts: HIM
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Ein Gedanke zu „Rockinconcerts: HIM

  • 20. März 2010 um 3:26 pm
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    Toller Bericht! :)
    Und um „The Sacrament“ beneide ich euch wirklich etwas… ^^
    Find’s aber gut von der Band dass sie an jedem Abend die Set-List etwas umgeändert haben – so bleibt es für die, die öfters dabei sind immer noch spannend ;)
    freu mich jetzt schon auf die Tour im Herbst!

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