Dúné sind schon ganz groß im kleinen Dänemark. Erst kürzlich erhielten die sieben jungen Musiker gleich 3 Danish Music Awards. Hierzulande schafften sie es immerhin auf MTV. Sie spielten als Vorband von Grössen wie den Foo Fighters und Panic! At The Disco. Ihr Debut “We Are In There, You Are Out Here” geht mit einer wirklich gelungenen und tatsächlich frischen Mischung aus Rock-und Elektroelementen sofort ins Ohr und Herz, und auch Live wissen die Dänen zu überzeugen…
Am 13.02.08 spielten sie im Rahmen der Jägermeister Rock Liga in Bochum, und es war uns also eine Ehre, unser erstes Interview für Rockinwords mit dem Sänger einer der talentiertesten und aussichtsvollsten Newcomerbands der letzten paar Jahre zu führen.
Wie findet ihr die Idee der Jägermeister Rockliga? Seid ihr hier um zu gewinnen oder nur um teilzunehmen und ein paar weitere Konzerte in Deutschland zu spielen?
Wir sind definitiv nicht hier um zu gewinnen. Eigentlich sind wir hier, um zu verlieren *lacht*. Aber ihr müsst trotzdem für uns applaudieren *lacht*. Wir sind hier, um ein paar Konzerte vor neuem Publikum zu spielen, welches nicht gekommen ist, um uns zu sehen. Vielleicht sind die Leute eher für die anderen Bands da oder einfach nur, um was neues zu hören und sie werden den Abend heute mit unserer Musik verbringen. Deshalb sind wir hier – auf jeden Fall nicht wegen des Wettbewerbes an sich.
Wie seid ihr als Band zusammen gekommen und wann genau wurde Dúné gegründet?
Drei von uns gründeten die Band in 2001. Da waren wir ca. 12 Jahre alt, also sehr niedliche kleine Kinder… Und dann entwickelte sich das alles eigentlich von selber. Zuerst waren da unser Drummer Malte, der Gitarrist Simon und ich und noch ein vierter Typ, aber den schmissen wir raus, als wir in der fünften Klasse waren. Ein Jahr später kam Piotrek aus Polen nach Dänemark und kam gleichzeitig mit Cecilie in die Band. Sie kannten wir auch aus der Schule. Fünf von uns gingen schon zusammen in die Mittelstufe. Und dann kamen im Oktober 2003 zwei ziemlich verrückte Typen in die Band, Danny und Ole. Von da an entwickelt sich das alles, wir bekamen einen Plattenvertrag, nahmen eine CD, bekamen einen Vertrag in Deutschland, usw.
Seid ihr alle mit der Schule fertig? Also konzentriert ihr euch im Moment voll und ganz auf die Band oder studiert ihr oder sowas?
Fünf von uns gehen immer noch zur Schule… das ist natürlich relativ schwierig…
V: Aber wie organisiert ihr das??? Ihr müsst auf Tour gehen und dann wieder zur Schule usw. …
Ja… wir sind in Deutschland, dann wieder in der Schule, dann haben wir ein bisschen freie Zeit, in der wir Hausaufgaben machen. Dann wieder Deutschland, Schule, Deutschland, Schule.. *lacht* Es ist ganz schön schwierig, soviel wegen des Tourens weg zu sein, vor allem in der Schulzeit aber wir haben eine besondere Vereinbarung mit dem Direktor unserer Schule. Wir dürfen mehr Fehlstunden haben als andere. Aber obwohl wir soviel fehlen, sind wir ziemlich gut in der Schule.
Eure Musik hat viele verschiedene Einflüsse, wie würdest du sie in deinen eigenen Worten beschreiben?
Wir nennen sie… nein, wir nannten sie mal „Indie-Electro-Rock”, aber irgendwie haben wir das „Indie” mittlerweile weggelassen. Also nennen wir es mittlerweile einfach „Electro-Rock”-Musik. Ich denke, diese Beschreibung ist recht präzise. Wir haben halt diese Synthesizer, wir machen quasi diese Rockmusik, die in die Elektro-Welt eintaucht – zwei Dinge verschmelzen miteinander. Und das ganze ergibt eigentlich einen guten Popsong. Aber wir versuchen weiter, Rockmusik zu machen und zu rocken.
Kannst du uns die fünf denkwürdigsten Momente in eurer bisherigen Karriere nennen?
Ja, ich könnte euch sogar mehr als fünf nennen. Unser Album aufzunehmen, war natürlich eine große Sache. An unserer eigenen CD zu arbeiten, war einfach fantastisch. Außerdem waren wir Vorband von den Foo Fighters und Muse in Dänemark. Das war natürlich eine tolle Sache für uns.
V: Ja, ich hab das Video auf Youtube gesehen…
Yeah!
V: Und die Location war so groß!
Yeah! Hahaha, es war wirklich so riesig!
Aber auch unsere Karriere in Deutschland hat sich toll entwickelt. Als wir zum ersten Mal hierher kamen, spielten wir vor 15 Leuten in Hamburg. Und jetzt war unser Konzert in Hamburg ausverkauft -vor 5 Tagen war das – und da waren 500 Leute! Das ist eine gewaltige Entwicklung… Warten wir mal ab… warten und spielen.
Das Jahr hat gerade erst angefangen. Wie sehen eure Pläne für 2008 aus?
Fünf von uns werden dieses Jahr ihren Schulabschluss machen und wir werden noch öfter in Deutschland spielen. Dazu gehört diese Tour jetzt im Frühling und ein paar Festivals den Sommer über. Und hoffentlich werden wir unser Album in Japan veröffentlichen… Wenn wir mit der Schule fertig sind, werden wir uns auch auf den Rest von Europa konzentrieren – neben Deutschland *haha*.
Habt ihr eine weitere Headliner-Tour in Deutschland in diesem Jahr geplant?
Nein.
V: Aber ihr habt ja dann die Sommerfestivals.
Ja, die haben wir, aber das ist ja keine Headliner-Tour… Aber wir werden viele spielen… Also dieses hier ist die letzte… ähm… „halbe” Headlinertour dieses Jahr *lacht*.
Gibt es irgendwelche bestimmten Dinge, die du immer mit auf Tour nimmst?
Naja… unsere Instrumente?! *lacht* Und unsere Computer natürlich… Das war’s.
Habt ihr irgendwelche bestimmten Rituale bevor ihr auf die Bühne geht?
Ja, wir stehen in einem Kreis und singen diesen besonderen Song… Ich weiß nicht genau, woher er stammt aber wir singen ihn laut und wir haben diesen Brauch, den wir „Wort des Tages” nennen. Das kann etwas sein, was einer von uns erlebt hat oder eine Person die man getroffen hat o.ä. Wir stehen also in diesem Kreis, halten einander fest, Band und Crew. Dann singen wir… Danny fängt an und alle anderen stimmen mit ein. Und am Ende schreit Ole „EINS! ZWEI! DREI!”. Dann legen wir alle unsere Hände so zusammen (zeigt dieses typische Übereinanderlegen der Hände, eine auf der anderen) und rufen „We’re Dúné” so wie in einem Footballteam oder vor einem Kampf. Es ist wirklich lustig!
Gibt es einen Song, den du am liebsten live performst?
Ich liebe 80 Years, denn obwohl es ein bisschen relaxter ist als die anderen Songs, hat es live wirklich Power. Es ist fast noch energiegeladener als Bloodlines. Es ist wirklich cool. Und ich liebe Go Go Valentina weil es da eine ziemlich lange Stelle gibt, wo ich nicht singe und mich einfach ein bisschen ausruhen kann.
Gibt es ein bestimmtes Land, eine Stadt oder Halle, wo du unbedingt mal auftreten willst?
Ooooh, ich würde sagen, überall auf der Welt… aber im Moment kann ich es kaum noch erwarten, in Tokyo zu spielen.
V: Oh, also werdet ihr in Tokyo spielen?
Hoffentlich im August. Im Moment machen wir einen Plattenvertrag mit einer japanischen Plattenfirma bzw. wir verhandeln. Also hoffentlich werden wir im August dort ein paar Konzerte geben. Es wäre so cool… All die kleinen Menschen *lacht*.
Hattet ihr schonmal irgendwelche Pannen auf Tour, wie zum Beispiel defekte Instrumente oder ohne Benzin im Nirgendwo liegen zu bleiben oder in einem brennenden Bus zu sitzen…
Habt ihr sowas schon mal erlebt??
Letzten Samstag brannte der Bus einer schwedischen Band mitten im Nirgendwo hier in Deutschland. So kamen wir auf die Frage…
Wirklich? Oh mein Gott? Waren da richtige Flammen???
V: Naja, keine richtigen Flammen, aber mit dem Motor stimmte was nicht und er brannte fast und es war überall Qualm…
Wie haben sie das denn hinbekommen?
M: Ich denke, der Bus war ziemlich alt…
V: Es war ein alter gammeliger Bus und damit waren sie schon den ganzen Weg von Schweden nach Deutschland gekommen.
Oh Gott!!! Nein, also wir sind mit einer Firma namens “Highway Tiger” aus Berlin unterwegs. Unser Tourmanager, Noppa, kümmert sich darum. Wir hatten also noch keine Pannen oder sowas. Aber… seht ihr hier die Narbe auf meiner Nase? Ich bin in ein Fenster gelaufen und der Arzt musste das ganze mit 13 Stichen nähen. Und hier… (zeigt auf eine Narbe an seiner Schläfe), Es war ziemlich schlimm, aber es ist jetzt auch schon über einen Monat her…
Ihr seid ja ziemlich viel auf Tour. Habt ihr ab und zu auch mal genug davon und wollt einfach nur nach Hause?
Ähm ja, also es kann sein, dass man mal total müde ist und sich vielleicht wünscht, nach hause zu fahren, aber langweilig ist es nie. Das wäre ja total schlimm! Und wenn wir mal müde auf der Bühne stehen, bekommen wir nicht so gute Resonanz vom Publikum. Natürlich denken wir uns dann „Verdammt, das war nicht gut.”, aber es war noch nie so, dass wir nach hause fahren wollten. Wir lieben es, auf Tour zu sein, hier zu sein und sowas hier zu tun. Das lieben wir.
Ihr seid ja zu siebt in der Band und das jeden Tag, 24 Stunden, auf begrenztem Platz. Kommt es da nicht auch manchmal zu Streit?
Natürlich gibt es ab und zu ein paar Meinungsverschiedenheiten aber ich denke, es ist gut, dass wir sieben Leute sind. Da ist immer jemand, der das Ganze wieder in Ordnung bringt. Da ist immer jemand, mit dem man sprechen kann. Ich denke, es wäre schwieriger, wenn wir z.B. nur zu dritt wären. Und wir sind ja nicht nur sieben Leute, wir haben ja noch unsere Crew dabei, unseren Tourmanger, Tontechniker und manchmal noch ein Lichttechniker… wir sind also eine Menge Leute.
Wenn du mit einem Musiker deiner Wahl zusammenarbeiten könntest, wen würdest du wählen?
John Lennon. Ich weiß, es ist ein Klischee, aber…
M: Die meisten sagen Elvis.
Oh ja, Elvis… Wenn ich zwei Leute treffen könnte, wären das Jesus und John Lennon.
Welche sind deine momentanen Lieblingsbands?
Wir haben gerade erst ein paar CDs bekommen. Da gibt es eine wirklich gute Band namens „One-Two”, eine neue britische Band. Außerdem gibt es da eine norwegische Band namens „The National Bank” und ähm… mir fällt der Name nicht ein… ich kann mich gerade nicht erinnern.
Gibt es eine Frage, die du schon immer mal gestellt bekommen wolltest?
Oh… ähm… das ist eine wirklich gute Frage!! Ich glaube, das ist die beste Frage, die ich je gehört habe *denkt nach*. Eine Frage, die ich schon immer mal stellen wollte.. ähm gestellt bekommen wollte… *denkt weiter nach*. Ähm… da fällt mir echt nichts ein, das ist zu kreativ *lacht*. Ich muss darüber nachdenken.
M: Denk drüber nach und eines Tages werden wir wieder ein Interview machen…
Toll! Ja, das ist eine gute Idee.
Famous last words… hast du euren deutschen Fans noch etwas zu sagen?
„Kauft unser Album!” natürlich *lacht*. Ne im Ernst, ich möchte mich bei allen bedanken, die zu unseren Konzerten kommen. Es ist toll, überall soviel Unterstützung zu bekommen und wir wollen natürlich, dass es so weitergeht.
…wir auch. Vika&Molle/Rockinwords
Originaltranskript (auf Englisch)
Jägermeister Rock Liga, Bochum, Zeche 13.13.2008 (+ Theraphy?) ->Konzertbericht

[...] Rockintalks: Mattias Kolstrup (Dúné) [...]