Alphaville – 28.03.2011 Duisburg (Pulp)

p1060596Wer den Namen Alphaville hört, dem fallen sofort zwei Songs ein. Big In Japan und natürlich Forever Young. Meist verfällt man dann in nostalgisches Schweigen und fragte sich “Was ist eigentlich aus denen geworden?” nur um kurz darauf bei Wikipedia oder der Website der Band zu erfahren, dass sie nie wirklich weg waren.
Über all die Jahre hinweg war die Band um Marian Gold im Studio oder auf Tour und der Musik wirklich nie müde. Davon durften wir uns nun am 29.03. im Duisburger Pulp überzeugen.
Mit der Band sind auch die Fans älter geworden. Daher war es auch keine große Überraschung, dass man vor dem Eventschloss keine, wie sonst üblich, langen Schlangen entdeckte, sondern hier und da kleine Grüppchen, die sich zusammen geschlossen hatten um den Abend gemeinsam zu verbringen. Der Einlass verlief ungewohnt gemütlich und noch gemütlicher war die Atmosphäre selber in der Grotte des Pulps.
Wer sich im Vorfeld erkundigen wollte, wer als Vorband fungierte, fand meist ein großes Fragezeichen und so war man doch begeistert zu erfahren, dass Alphaville dem neusten Trend folgten und erst gar keine Vorband hatten. Also ging es direkt in die Vollen. Mit End Of The World betrat die Band die Bühne, Marian als letztes. Und wer gedacht hat, mit dem Alter lässt man es gemütlicher angehen, der hatte sich aber mal so richtig getäuscht! Hüpfend und singend fegte der Frontmann über die Bühne, animierte das Publikum zum Tanzen und Klatschen und kam dabei nicht eine Sekunde aus dem eigenen Takt oder verpasste seinen Einsatz. Man sah den Enthusiasmus mit dem die Band auf der Bühne stand und das ist etwas, was selbst Formationen, die gerade erst in den Anfängen stehen, selten ausstrahlen. Hier geht es nicht um große Zahl auf dem Konto, sondern um die Musik selber und den Spaß, den alle Beteiligten dabei haben.
Nach Songs wie Dance With Me und Gravitation Breakdown kündigte p1060642Marian Carry Your Flag an mit den Worten, dass dieser Song für die Fans geschrieben worden war. Ein größeres Dankeschön kann sich doch keine Fangemeinde wünschen. Im Takt wurden Schals mit dem Namen der Band geschwenkt, während es unter anderem mit Songs wie Jet Set oder der aktuellen Single Song For No One von dem aktuellem Album Catching Rays On Giant weiter ging. Die Stimmung stieg immer mehr, selbst bei den ziemlich eindeutigen Fixergesten bei dem Song Golden Feeling. Nun kann man über die Message streiten, tanzbar ist es aber allemal.
Bevor es mit dem Song Iron John, angekündigt als Trinklied und Entschuldigung, vor den Fans zu trinken zu dürfen, weiterging, ging die Band es etwas ruhiger an. The Deep brachte noch mal deutlich heraus, dass sich Marians Stimme in den letzten Jahren kaum bis gar nicht verändert hatte. Jeder Ton saß während diesem und jedem anderen Song und man konnte nur mit Begeisterung dem Treiben auf der Bühne zusehen.
Mit Sounds Like A Melody wurden dann die Runde der großen Hits eingeläutet, dem Forever Young folgte. Nach einem kurzen Abgang kam die Band auch schon wieder und sang den ersten deutschen Song des Abends, der damals eigentlich nur als B-Seite veröffentlicht worden war. Nach Ohne Ende folgte Big In Japan. Angesichts der jüngsten Ereignisse stellte man sich eh die Frage, ob die Band diesen Song überhaupt spielen würden. Sie taten es. Allerdings – und das war in meinen Augen der einzige Wehmutstropfen des Abends – hatte die Band den Song umgedichtet. Nette Idee, leider scheiterte es an der Umsetzung. Der Song begann mit einem ins Mikrophon gehauchtem ‘Tanz auf dem Vulkan’, welches mir durch das Wissen, dass Japan mit im Vulkanring liegt, etwas makaber erschien. Nun kann man sagen, es ist etwas kleinkariert an so etwas zu denken oder es als Makel zu bezeichnen, dennoch empfand ich es als einen minimalen Dämpfer. Mit Dance With Me, dieses Mal in der Akustikversion, verabschiedete sich die Band von den Fans mit einigen gut gemeinten Ratschlägen für’s Leben.

Alles in allem kann man eigentlich nur eines sagen: Alphaville ist eine Band, die man als Beispiel dafür nehmen kann, dass selbst nach Jahren immer noch alles stimmt. Sowohl die Fans vor als auch die Band auf der Bühne hatten Spaß, nichts wirkte verfälscht oder einstudiert und man konnte sich nicht über die stimmliche Leistung eines hervorragenden Marian Golds beschweren. Es war ein Konzert, welches man sich auch von seiner liebsten Band in 20 Jahren wünschen würde.

Melle/Rockinwords

www.alphaville.de
www.myspace.com/alphaville

Rockinconcerts: Alphaville
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