Sunrise Avenue & Superscar – 10.03.2013 – Atelier Luxemburg

Die meisten finnischen Bands die man so kennt, oder von denen man am Rande gehört hat, werden schnell als düster, rockig oder depressiv abgestempelt. Doch das es auch das komplette Gegenteil davon geben kann, dafür sind die fünf Jungs von Sunrise Avenue das perfekte Bespiel. Ihre Songs werden im Fernsehen rauf und runter gespielt, Songs schießen mal ebenso auf Platz 1 der Charts. Da ist es kein Wunder das Samu Haber und Co sich gerne Gedanken darüber machen, womit sie ihre Fans denn als nächstes beglücken können.

Nach einer bereits recht ausgedehnten Tour für ihr Album Out of Style, kam die Band erneut nach Deutschland. Dieses Mal unter dem Titel Big Band Theory. Nein, dies ist kein Schreibfehler, und wer nun an vier super, tolle Nerds denkt, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen, denn dieses subtile Wortspiel lässt genau auf das schließen, was wir im Atelier in Luxemburg bewundern durften: Sunrise Avenue meets Big Band. Naja, gut, vielleicht nicht eine richtige Big Band, aber der gute Wille war da.

p1080106Doch bevor wir in den Genuss der mehr als nur etwas gepimpten Songs der Finnen kamen, betraten Superscar die Bühne. Die vier sympathischen Jungs aus Helsinki waren bereits vor etwas über einem Jahr mit Lovex hier in Deutschland. Dieses Mal allerdings konnte sich die Band um Sänger Otto Iivari allerdings vor noch größerem Publikum beweisen. Passend zu der Big Band, die später die Bühne betreten sollte, haben auch Superscar ihre Songs etwas geändert und kamen pünktlich um halb neun mit Akustikgitarren auf die Bühne. Adrett in Anzügen bekleidet und einem sympathischen Lächeln auf den Lippen begann die Show. Neben Songs with Lions and Fiction, die man alle auf ihrem selbstbetitelten Debutalbum finden kann, spielten Otto, Petri, Petteri und Daniel Perfectly Imperfect und ihre erste Single Neon Lights. Die Songs gingen sofort ins Ohr, und ob es nun an den Luxemburgern lag oder doch an der Leistung der Band, die Halle stand Kopf. Selten sah man Fans einen Supportact so positive aufnehmen. Und das zeigte sich auch bei der Band. Alle vier schienen sich sichtlich wohlzufühlen und so ging die halbe Stunde leider viel zu schnell um, und man kann nur hoffen, Superscar dann bald als Headliner in Deutschland zu sehen.

Nach einer kurzen Umbaupause gingen dann auch schon wieder die Lichter aus und Johnny Cashs Walk The Line ertönte. Wer allerdings erwartungsvoll seine Augen auf die Bühne gerichtet hatte, der musste sich noch etwas gedulden. Erst als der Song komplett zu Ende war und einige der Musiker die Bühne betraten ging es los. In dem Moment wo die Trompeten durch die Boxen schallten war allen klar, worauf man gespannt sein durfte: Swing und einer mehr als guten Stimmung auf der Bühne, und nachdem dann auch Samu Haber angekündigt wurde, und dieser die Bühne locker-lässig betrat wurde auch der erste Song des Abends angestimmt. Mit I Gotta Go wurde bereits deutlich wie sehr die Band an dem Arrangement gearbeitet hat und wie viel Spaß jeder einzelne daran hatte, diese Songs in neuem Gewand erstrahlen zu lassen. Und Samu machte auch schnell klar, dass es nicht nur deswegen ein besonderer Abend werden würde. Natürlich durfte man die typischen Gassenhauer wie Hollywood Hills erwarten, allerdings schien besonderes Augenmerk auf Songs gelegt worden zu sein, die die Band sonst eher selten live zum Besten gab. Definitiv eine gelungene Idee.

p1080144Mit guter Laune, super Stimme und einem hervorragenden Klang ging es dann auch schon weiter mit Songs wie Out of Tune oder Happiness. Ruhiger wurde es bei Songs wie Angels on a Rampage oder auch Stormy End, beides sehr schöne Balladen die genauso gut von dem Publikum aufgenommen wurde wie die temporeicheren Songs. Doch auch die Fans hatten eine kleine Überraschung für die Band bzw. eines Bandmitglieds in Gestalt eines kleinen Ständchens. Denn Schlagzeuger Sami feierte an diesem Abend seinen 33. Geburtstag und wurde mit Luftballons und einem herzlichen Happy Birthday gefeiert, was Samu mit den Worten „Auch wir werden älter. Werden 33 und sehen aus wie 23“ kommentierte.

Danach ging es weiter im Text mit einer sehr vertrauten, wenn auch etwas veränderten Melody und wer den nächsten Song mit „This is the end…“ anstimmen wollte, wurde erneut überrascht. So hat einer der Hits von Sunrise Avenue nicht nur ein melodisches Make over erfahren, sondern schmetterte Samu Fairytale gone bad im perfektem spanisch. Doch so handzahm und Teddybär-like der Sänger auch bei solchen Balladen rüberkommt, wenn es um Songs wie Nasty geht wird schnell durch subtile Handbewegungen klar sein, dass da Stille Wasser arg tief sind.

Je später der Abend wurde, desto ausgelassener wurde es vor und auf der Bühne und spätestens bei Destiny was direkt mit einem sehr gelungenen Medley verbunden wurde, hielt es kaum einen mehr auf Still auf seinen Plätzen. Das Medley was aus Hey Baby, Don’t worry be happy, Gangnam Style, Who let the dogs out, I got a Feeling und Living let die bestand, zeigte nicht nur die Vielseitigkeit der Band an sich, sondern auch das in allen der Mitglieder wahre Gesangskünstler steckten. Nach einem weiteren Cover, La Bamba, folgte dann eine a capella Version des Songs Bye Bye was einen erneut von dem Talent der gesamten Band überzeugte. Doch auch ein solch schöner Abend muss irgendwann zu Ende gehen und nach Hollywood Hills hieß es dann auf Wiedersehen sagen.

Ein sehr gelungener Abend an dem man von vorne bis hinten nichts bemängeln kann. Die Stimmung sowohl vor als auch auf der Bühne war spitze, die Auswahl der Vorband war hervorragend und unterhaltsam und so kann ich jedem ein Konzert dieser finnischen Herren alle male empfehlen.

Melle/Rockinwords

www.sunriseave.com
facebook.com/sunriseavenue

Rockinconcerts: Sunrise Avenue + Superscar
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