Es ist Sonntag, der 03. November 2013, und Kids In Glass Houses sind seit einigen Tagen auf ihrer ersten Headline Show auf dem europäischen Festland unterwegs. Nach Auftritten in Köln, Hamburg etc. ist nun Berlin an der Reihe und Iain Mahanty, seines Zeichens Gitarrist der walisischen Band, nimmt sich am Nachmittag einige Zeit, um unsere Fragen zum neuen Album, ihrem Tourleben und Halloween zu beantworten.

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Wie war eure Tour bisher?

Wirklich gut! Wir hatten vorher noch nie eine Headline Tour in Europa, also wussten wir auch nicht, was wir zu erwarten hatten. Aber die Tour war richtig gut und wir hatten schon sehr viel Spaß!

Wie hat es sich denn angefühlt, zu headlinen?
Das war toll. Wir wünschten, wir hätten früher hierherkommen können, aber aus diesem und jenem Grund hat das nicht geklappt, also jetzt hierzusein und den Headliner zu spielen, das fühlt sich super an.

Hast du eine Stadt oder ein Land, in dem du am liebsten spielst?
Ehm… weltweit?

Weltweit, das muss jetzt nicht Europa sein.
Also Orte wie Tokyo, in Japan, das ist schon… das ist eine ganz andere Welt als in UK und Europa. Und das sind auch Orte, wo wir niemals sein könnten, wenn wir nicht in einer Band spielen würden. So Orte sind natürlich cool, aber wir freuen uns auch immer, nach Deutschland zu kommen. Wir waren jetzt so oft in Köln *lacht*, da ist es schon cool, endlich eine Headline-Show zu spielen… Berlin ist eine wirklich coole Stadt… Wir mögen es hier.

Ja, Köln ist immer was Besonderes! Okay, ihr habt euer neues Album über Pledge Music auf den Markt gebracht… Was sind eure Erfahrungen damit? Ich habe nämlich den Eindruck, immer mehr Künstler nutzen diese Möglichkeit, ihre Platten zu machen.
Ja, das ist cool. Wir haben Pledge jetzt nicht genutzt, um das Geld aufzutreiben, sondern wir haben es eher als Möglichkeit genutzt, T-Shirts und Tickets dazu zu packen, wenn Leute da die Platte kaufen können, so dass sie auch ein bisschen mehr für ihr Geld bekommen, was ich gut finde. Aber auch so ist Pledge eine gute Idee, wenn man darüber das Geld für die Produktion eines Albums zusammenbekommt. Ich glaube nämlich, dass sich die Leute dann in den Schaffensprozess involviert fühlen, während sie gleichzeitig auch etwas kaufen. Das ist schon ziemlich cool.

Euer neues Album heißt Peace, gibt es denn etwas, womit ihr Frieden geschlossen habt?
Ich glaube, Aled wollte es so nennen, weil wir als Band unseren Frieden gefunden haben… (James von Canterbury, der Vorband, läuft hinter Iain vorbei)… Schaut euch diesen Typen an! Wer ist das? *lacht*… Ja, also… Das ist jetzt unser viertes Album und wir haben schon einiges zusammen durchgemacht, haben ein paar unterschiedliche Musikrichtungen eingeschlagen und haben uns wirklich angestrengt, unsere letzte Platte zu machen. Ich glaube, wir sind nun wieder dabei angekommen, Pop Songs zu schreiben, sind ruhiger geworden und haben wieder Spaß.

Wurde das Album nach dem Song benannt oder umgekehrt?
Ich glaube, er (Aled) hatte eine Idee. Ich glaube, er hatte diese Idee, das Ganze Peace zu nennen und dann kam der Song zustande und der Text ist auch nur entstanden, weil die Idee da war.

Aber das Album ist jetzt nicht so heavy wie eure letzten Alben, oder liege ich falsch? Gibt es dafür einen speziellen Grund oder hat es sich einfach richtig angefühlt?
Das hat sich einfach richtig angefühlt. Weißt du, wir wollten immer etwas Anderes machen mit jedem Album. Und ich glaube, wir haben uns selbst so weit in diese „Rock“-Schiene gedrängt auf In Gold Blood, sodass wir jetzt einen Schritt zurück und mehr so ein „Pop“-Ding machen wollten. Einfach wieder ein bisschen mehr Spaß haben, weil wir uns auf In Gold Blood so angestrengt haben, alles zu machen, vor allem für die Live Shows, dass wir ein bisschen unseren Weg verloren haben, aber jetzt haben wir wieder Spaß!

Ich finde es toll. Wie hat das Publikum bisher reagiert?
Richtig gut! Wir haben es ja während der UK-Tour veröffentlicht, also wussten wir nicht, wie es werden würde, weil alle Songs noch so neu sind, aber die Leute haben vom ersten Gig an mitgesungen. Und wenn so etwas passiert, wird man wirklich demütig und gleichzeitig ist es echt schmeichelhaft. Das ist cool. Und die Leute in Europa mögen es auch, insofern *lacht*

Das ist toll, hier wurde es ja erst… vorgestern veröffentlicht?
Ja genau, vor 2 Tagen.

Habt ihr eigentlich ein Ritual vor euren Auftritten?
Bier…. *lacht* Nein, viele Bands umarmen sich und so etwas, aber so sind wir nicht. Wir sitzen nur rum, reden Schwachsinn und trinken was.

Vielleicht fühlt sich für euch so natürlich an zu spielen?
Ja, ich glaube schon.

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Hattet ihr denn Zeit, Halloween zu feiern? Oder seid ihr da nicht so Fans von?
Nein, wir wollten eigentlich in Köln Halloween feiern, schauen, was in der Stadt so los ist, aber wir haben 13 Stunden im Stau gestanden! Also haben wir es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Wir waren dann noch raus für ein Bier, aber leider haben wir es dieses Mal verpasst. Normalerweise haben wir zuhause eine Halloween-House-Party.

Ihr seid dieses Jahr ja schon echt viel auf Tour gewesen. Gibt es in der Band jemanden, der sich nach einer Weile in Grumpy Cat verwandelt?
*lacht* Das tun wir wohl alle. Ich glaube, jeder hat so seinen Tag, wo er nur in Ruhe gelassen will. Niemand ist jetzt kompliziert im Umgang von uns. Niemand verwandelt sich in eine motzige Katze oder sowas. Da haben wir wirklich Glück.

Also gibt es jetzt keinen Zeitraum nach der Tour, wo ihr getrennte Wege geht?
Also nach der UK Tour haben wir uns etwa eine Woche nicht gesehen. Und dann wieder angefangen, zusammen abzuhängen. Weißt du, wir leben alle in derselben Stadt. Wir sind ja nicht in der Band, weil wir in einer Band sind. Wir sind in der Band, weil wir Freunde sind. Also verbringen wir ohnehin schon viel Zeit miteinander. Und wissen daher auch, wann man den anderen in Ruhe lassen sollte. *lacht*

Auf Tour zu sein bedeutet ja auch, dass ihr viel auf den Straßen unterwegs seid, im Van Musik hört… Hast du eine „Guilty Pleasure“ Musik?
Eh… nein. Also ich meine, ich benutze diesen Ausdruck „guilty pleasure“ nicht. Ich meine, wenn du was gut findest, warum solltest du dich dafür schämen, aber… Ich hab heute das neue Katy Perry-Album gehört und finde es wirklich gut… Aber siehst du, ich schäme mich nicht!

Es gibt viele, die sie gut finden!
Ja, ich schäme mich auch nicht dafür.

Was magst du am Band-Leben am liebsten?
Also das ist 50/50, Live Shows und Songs zu schreiben. Da gibt es diese ganze kreative Arbeit, Songs schreiben und einen Song wachsen zu sehen. Und auf der anderen Seite live zu spielen und zu sehen, wie die Leute reagieren. Das ist ein Gefühl, was man nicht beschreiben kann.

Gab es denn jemals einen Plan B für dich?
… … nein. *lacht* Ich bin nicht so vernünftig, ich bin eher so ein All-In-Mensch. Aber ich weiß nicht… Ich glaube, ich würde – selbst wenn ich in einem normalen Job arbeiten würde – trotzdem noch Musik machen, nur für mich. Ich habe einfach Glück, dass ich von der Musik leben kann.

Leider war das schon unsere letzte Frage. Vielleicht noch ein paar „Famous Last Words“?
Kauft bitte unser neues Album!

Haben wir schon! Vielen Dank an dich!
Danke euch!

Penny & Siss für Rockinwords

Transkript (english)
Rockinconcerts: Kids In Glass Houses

www.kidsinglasshouses.com

Rockintalks: Kids In Glass Houses
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