Vlad In Tears /w Florian Grey – 11.02.2013 – Blue Shell, Köln

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Seit einigen Wochen macht eine in Berlin ansässige Band, deren Heimat eigentlich Italien bzw. Rumänien ist, von sich reden: Vlad In Tears. Seit dem 09. Dezember waren sie auf einer ganz besonderen Tour unterwegs. Passend zur Vorweihnachtszeit hatten sie ein Akustikset zusammengestellt und sich auf den Weg in einige Städte der Republik gemacht. Mit dabei war Florian Grey als Support.

Nach der Wahlheimat Berlin und Hamburg am darauffolgenden Tag machten sich die fünf Jungs auf den Weg nach NRW und beehrten das Blue Shell in Köln mit ihrer Anwesenheit. Nachdem sich der Einlass etwas verzögert hatte, betraten endlich die ungeduldigen Fans den Club und kurze Zeit später erklomm auch Florian Grey mit seiner Band die Bühne. Nur mit Akustikgitarren und einem -bass sowie einem Cajon bewaffnet begannen die gebürtigen Darmstädter ihr Set und gewannen schnell das Publikum für sich, das eindeutig auch aus einigen Freunden der Band bestand. Mit Songs wie Frozen Heart Philosophy und Sweet Resurrection konnte Flo die ganze Bandbreite seiner Stimme zum Besten geben. Das harmonische Zusammenspiel der Band spiegelte sich nicht zuletzt in einigen Witzeleien zwischen den einzelnen Stücken wider und machte sie nur noch sympathischer. Ein Highlight der Setlist war das Puddle-of-Mud-Cover Blurry, bei dem noch einmal die außergewöhnliche Stimme Greys zum Ausdruck kam. Nach einer guten halben bis dreiviertel Stunde beendeten die Jungs ihr Set mit Gangster’s Paradise, bei dem Bassist Dave, der einen großen Teil des Gesangs übernahm, eine bemerkenswert gute Figur machte.

img_8583Es folgte eine minimale Umbaupause, dann erschienen schon Sänger Kris und seinen Kollegen auf der Bildfläche. Direkt vor der Bühne hatten sich schon zwei Reihen mit vorwiegend weiblichen Besuchern gebildet, doch auch dahinter hatte sich der Club gut gefüllt. Gespannt wartete man darauf, was Vlad In Tears einem bieten würden – und man wurde nicht enttäuscht. Nachdem noch ein paar letzte technische Feinheiten geregelt waren, konnten endlich die Gastgeber des Abends mit ihrem Set beginnen. Kris, Dario, Salvo, Luca und Cosmo fingen an zu spielen und hatten sofort die Zuhörer auf ihrer Seite. Obwohl „normale“ Konzerte mittlerweile größtenteils metallastig sind, kamen die ruhigeren Töne mindestens genauso gut an. Man kam in den Genuss, Songs des kommenden Albums, wie zum Beispiel Feed On Me, in einer ganz anders arrangierten Version zu hören und war sofort begeistert. Von dem Zusammenspiel der Band, von Kris‘ außergewöhnlicher Stimme und der Atmosphäre, die alle Anwesenden zusammen geschaffen hatten.
Natürlich spielten Vlad In Tears auch ältere Stücke wie You’ll Come Back To Me und Here Comes The Rain, abwechselnd mit einigen Coverstücken, bei denen Sänger Kris auch mal ins Publikum spazierte und dem ein oder anderen überraschten Fan das Mikro vor die Nase hielt. Gott sei Dank war der Großteil bei Songs wie Mansons Sweet Dreams oder Depeche Modes Enjoy The Silence ziemlich textsicher und konnte die Band so gesangstechnisch unterstützen, was ausgiebig vom Frontmann gelobt wurde.
Bei einem ruhigeren Stück wurde die Menge dann gebeten, sich auf den Boden zu begeben. Dem wurde zum größten Teil auch Folge geleistet, während ein weiblicher Fan dann direkt mal direkt vor Bassist Dario Platz nehmen durfte und – während er spielte – von ihm inklusive Bass in die Arme geschlossen wurde. Wenn diese Band eines nicht hat, sind es Berührungsängste. Und gerade das macht sie so unglaublich sympathisch.
Als Kris schließlich allein am Keyboard einen Teil von HIMs Funeral Of Hearts zum Besten gab, wurde der nächste Zuschauer mehr als glücklich gemacht und als er I Don’t Wanna Miss A Thing von Aerosmith anstimmte, waren dann alle inklusive einem Teil der Band, der zum diesem Zeitpunkt vor Bühne stand, endgültig überwältigt. Ich hab in den letzten Monaten, wenn nicht Jahren, selten einen Sänger entdeckt, dessen Stimme einem so unter die Haut geht und dabei so eine Bandbreite hat. Mit dem Weihnachtssong Blue Christmas beendeten Kris, Dario, Salvo, Luca und Cosmo ihr Set und tanzten danach quasi selber von der Bühne direkt ins Publikum um diesen gelungenen Abend noch ein bisschen mit ihren Fans zu feiern.

Der gesamten Band sah man an diesem Abend an, dass sie genauso viel Spaß hatten wie die Leute vor der Bühne. Man lachte und scherzte und musikalisch sah man einfach ein großartiges und eigentlich selbstverständliches Zusammenspiel. Das dürfte kein Wunder sein, wenn man dieses Jahr so oft zusammen auf der Bühne stand wie Vlad In Tears, und trotzdem steht man als Zuschauer da und die Mischung aus der guten Laune auf der Bühne, gepaart mit musikalischem Können und wunderbaren Liedern zaubert einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Im Dezember sind Vlad In Tears noch ein paar Mal als Support von Stahlmann unterwegs sowie im Januar zusammen mit Unzucht. Dort werden dann wieder härtete Tönen angeschlagen und ich kann nur jedem empfehlen, sich das nicht entgehen zu lassen. Vlad In Tears sind es definitv wert, noch viele viele Male gesehen und gehört zu werden.

Molle/Rockinwords
Fotos von Nadine von D

www.vladintears.com
https://www.facebook.com/GREY.F

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