Rockinconcerts: Skindred /w Soil & Maplerun – 04.02.2014 – Zeche, Bochum

skindred
Am 04.02.2014 empfing uns eine bunte Mischung an Bands in der Bochumer Zeche: Skindred als Headliner sowie Soil und Maplerun als Support. Zu Beginn des Abends war der Club noch so gut wie leergefegt. Vor der Bühne standen vereinzelt etwa 30 Leute rum und warteten auf die Dinge, die da kommen sollten, um den Abend zu eröffnen. Den Anfang machte die vierköpfige Band Maplerun aus Griechenland. Sänger Nick begann zu singen und man fragte sich, wie lange er wohl geübt hatte, um James Hetfield zu imitieren. Das Publikum blieb zunächst auch verhalten. Als die Band dann jedoch ihre Single Bombs zu spielen begann, wurde dank dem eingängigerem Song auch endlich die Besucher warm. Als Highlight ihres Sets coverten Maplerun schließlich System Of A Down’s Toxicity. Leider versuchte auch hier der Frontmann ehe, Serj Tankian nachzuahmen, was schade war, hatte man sich doch gerade mit seinem eigentlichen Gesang und den gar nicht mal so schlechten Shouts angefreundet. Was den Rest der Band anging, so hatte man sehr talentierte Musiker auf der Bühne stehen. Insgesamt hatten Maplerun an diesem Abend jedoch nicht ihr ganzes Können gezeigt.

Während der ersten Pause mehrten sich vor der Bühne schon die Soil-Shirts und es wurde ziemlich voll im Zuschauerraum. Einige schienen nur für die vier Männer aus Chicago nach Bochum gefahren zu sein. Nach wenigen Minuten war es auch schon soweit. Ryan Combs und seinen Kollegen betraten die Bildfläche – und rissen die Zeche ab. Mit Klassikern wie Unreal und Redefine hatten sie die Fans sofort in der Hand und spielten ein makelloses Set. Combs war selber überwältigt von dem Zuspruch, den die Band erfuhr und kommentierte dies mit „Thank you for taking some of your precious time to come and see us tonight. We couldn’t do what we do without you.“ und als er auch noch bemerkte „You make music happen“, hatte er sämtliche Sympathiepunkte gesammelt, die an diesem Abend verfügbar waren.
Mit dem Hate Song spielten Soil auch noch ein Stück ihres aktuellen Albums Whole. Als Abschluss durfte selbstverständlich ein ganz bestimmtes Stück nicht fehlen und so stimmte die Kombo Halo an. Anstatt auf der Bühne verweilen, begab sich Combs ziemlich bald inklusive Mikro ins Publikum und sang aus der Mitte des Moshpits heraus. Die Stimmung explodierte währenddessen und niemand verschwendete in diesem Moment auch nur einen Gedanken an den eigentlichen Headliner des Abends. Die Fans schrien den Text mit, als hätten sie ihr Leben lang darauf gewartet, diesen Song ein einziges Mal live zu hören. Mitten in dieser Euphorie mussten die Amerikaner leider ihren Auftritt beenden und ließen eine fast erstaunte Menge zurück, die den Anschein machte, als hätte sie zwei Stunden lang durchgerockt und würde sich nun auf den Heimweg machen.

Eine weitere Umbaupause folgte, während der die Besucher sich noch einmal Getränk holen und durchatmen konnten. Kurz darauf ging ein drittes und letztes Mal an diesem Abend das Licht in der Zeche aus und es folgte ein mehr als krasses Kontrastprogramm nach den beiden Metal-Openern. Nach einem Star-Wars-esken Intro betraten die Waliser von Skindred die Bühne und verwandelten den Abend in eine einzige Party. Mit ihrer Mischung aus Reggae, Metal und Hip-Hop sorgten sie dafür, dass kein Bein still stand. Obwohl diese außergewöhnliche Mischung Geschmackssache war und Sänger Benji Webbedanke seinem Aufzug eher an will.i.am als an alles andere erinnerte, hatte die Band das Publikum sofort in der Hand. Gerade dachte man noch, Soil seien die heimlichen Headliner des Abends gewesen, nun legten die Zuschauer noch eins drauf und bejubelten die Kombo bis zum geht-nicht-mehr. Natürlich gaben Skindred Songs ihres im Januar erschienenen aktuellen Albums Kill The Power zum Besten, zum Beispiel den gleichnamigen Song und Ninja. Aber auch ältere Stücke wie Babylon durften natürlich nicht fehlen. Benji sprang auf der Bühne hin und her und animierte die Fans immer wieder zum Mitgehen während der Rest der Band großartige Metalmelodien zum Besten gab, die sich auf wundersame Weise perfekt in die Rap-Parts einfügten und umgekehrt. Man kann kaum beschreiben, wasSkindred dort veranstalteten. Teilweise stand man mit offenem Mund vor der Bühne ob dem, was die Gruppe dort darbot, teilweise musste man unweigerlich mittanzen, ob man wollte oder nicht. Ein Auftritt der Waliser ist auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung und wenn man offen ist für diese ungewöhnliche Mischung an Musikstilen, kann man den Spaß seines Lebens haben.

Molle/Rockinwords

www.skindred.net
www.soiltheband.com
www.maplerun1.com

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