Within Temptation /w Delain – 08.04.2014 – Palladium, Köln

delain03Wenn Within Temptation auf Tour kommen, dann kann man sich zwei Dingen ziemlich sicher sein: Das eine ist, dass Delain mit von der Partie sein wird; das andere, dass es episch wird. Beides schien so einige in das Palladium zu locken, schaute man sich die bunte Menge an, die sich vor der Bühne gesammelt hatte. Einige davon schienen eigens für Delain angereist zu sein, die Punkt acht den Abend mit Go Away begannen. Nun kann man sagen, wer Within Temptation liebt, wird Delain mögen, aber auch da gibt es mit Sicherheit Ausnahmen. Das erste Mal sah ich Delain vor Jahren auf einem Festival und musste leider feststellen, da hat sich nicht viel getan. Egal wie freundlich und charmant Charlotte Wessel auch das Publikum anlächelte, wirkliche Stimmung kam auf unserer Seite der Halle nicht auf. Geduldig hörte man sich das relativ kurze Set der Holländer an, in dem auch der neue Song Stardust vom bald erscheinenden Album Human Contradiction vorgestellt wurde. Mit We Are The Others vom gleichnamigen Album verabschiedeten sich Delain auch und mit einigem Rauschen und Raunen auf und vor der Bühne wurde auch schon der Headliner des Abends angekündigt. Schwarze Hydra auf weißem Grund, so erstrahlte das Banner von Within Temptation, hinter dem hastig die Bühne umgebaut wurde und bereits fünfzehn Minuten später ging es mit einem Knall weiter.

Der Vorhang fiel und offenbarte eine riesige Leinwand sowie eine breite Treppe zu derer Rechten die Drums und zur Linken die Keyboards ihren Platz fanden. Doch der Fokus lag zuerst einmal auf der Leinwand, auf der der erste von drei Short-Movies zu sehen war. Drachen, die einen eher an Game of Thrones oder Spiele wie World of Warcraft erinnern, flogen über die Schirme bevor die ersten Töne von Let Us Burn durch die Lautsprecher ertönten. Obwohl von der Band weit und breit noch nichts zu sehen war, klatschten und jubelten sich die Fans bereits warm und lockten so nach und nach einen nach dem anderen auf die Bühne, bis nur noch Sharon den Adel fehlte, die sich langsam auf die Bühne bewegte. Mit einem Lächeln, das den ganzen Raum erstrahlen ließ, fegte die zierliche Frontfrau über die Bühne und riss sofort einen jeden mit. Selbst, wer noch nicht mit Hydra, dem im Februar erschienenen Album der Band, Bekanntschaft gemacht hatte, klatschte und wippte mit. Und das war nur der Anfang eines zweistündigen Sets, das einen mit seiner Pyrotechnik und Energie einfach mitriss.

wt05Wer sich fragte, ob und wie man die wirklich gut gelungen Duette vom letzten Album genießen durfte, der bekam recht zügig seine Antwort. Während Sharon physisch anwesend war, wurde Taija auf der Leinwand im Hintergrund gezeigt als die Band Paradise (What About Us?) anstimmte. Nun dürfte der eine oder andere enttäuscht gewesen sein, dass es diesbezüglich keine große Überraschungen gab, dennoch war dies für mich eine gelungene Sache, da gerade die Duette auf Hydra ganz besonders herausstachen. Doch auch Songs von älteren Alben durften nicht fehlen, so wirbelte Sharon zu Liedern wie Faster und Iron über die Bühne bevor der zweite Short-Movie die Aufmerksamkeit des Publikums forderte. Doch diese kurzen Unterbrechungen, die die Frontfrau als Chance zum umziehen nahm, taten der Stimmung keinen Abbruch. Schaute man noch in der einen Sekunde ganz gebannt auf den Bildschirm, hüpfte man in der nächsten auch schon wieder. So headbangte man sich von In the Middle of the Night zu dem ruhigeren Angels bevor es wieder zum nächsten Duett mit Howard Jones ging. Bei Dangerous stand niemand mehr still und auch And We Run stieß auf offene Ohren. Allerdings gab es hier für mich einen kleinen Abzug in der B-Note. Es mag zwar niemand der Anwesenden bemerkt haben, allerdings sah man während des Duettes mit Xzibit nicht den amerikanischen Rapper in dem Video, welches im Hintergrund gespielt wurde. Es ist sicherlich bewundernswert, dass Within Temptation versuchen, diese Momente während des Konzertes einheitlich zu halten, doch ein einfaches Video ohne Laiendarsteller wäre für mich eine schönere Lösung gewesen.

Nichtsdestotrotz trübte das nicht im geringsten die Stimmung. Songs wie Our Solemn Hour und The Cross, beide von dem 2007 erschienenem The Heart of Everything, schienen mehr als nur Favoriten bei den Fans zu sein und als die Band sich dann auch noch mit dem Klassiker Mother Earth das erste Mal verabschieden wollte, gab es für die Fans im Palladium kein Halten mehr.

wt16Doch wie es meistens so ist, lassen Fans ihre Lieblingsband selten ohne eine Zugabe gehen, welche Within Temptation nur zu gerne gaben und kamen mit Keith Caputo und dem Song What Have You Done zurück auf die Bühne. Ein weiteres Schmankerl, was es auf Hydra gab, waren die Coverversionen beliebter Songs und von denen Within Temptation an diesem Abend in Köln Summertime Sadness zum Besten gaben. Selbst Songs, die nicht aus der Feder der Holländer stammen, schafft es die Band ihren Stempel zu verpassen und das auf eine geradezu verblüffende Art und Weise. Doch ließen Sharon und Co den Abend nicht mit dem Lana Del Rey-Cover enden, sondern mit Ice Queen. Noch schnell ein Foto von der Band mit dem Publikum des Palladiums und nach zwei Stunden ausgewogener Setlist und einer fantastischen Bühnenshow, mit einer sehr charismatischen Frontfrau, hieß es den Heimweg antreten. Dass die Holländer ihr Handwerk verstehen, lässt sich mit der Bandgeschichte nicht abstreiten und so wunderte es keinen, dass die Zeit – leider – wie im Flug verging.


Setlist Within Temptation:
Dragon (Short Movie)
Let Us Burn
Paradise (What About Us?)
Faster
Iron
Edge of the World
Mother Maiden (Short Movie)
In the Middle of the Night
Angels
Dangerous
And We Run
Tell Me Why
Elements Intro
See Who I Am
Stand My Ground
Our Solemn Hour
The Cross
Covered By Roses
Mother Earth

Zugabe:
What Have You Done
Memories
Summertime Sadness
(Lana Del Rey cover)
Ice Queen

Melle/Rockinwords

www.within-temptation.com
www.facebook.com/wtofficial

Rockinconcert: Within Temptation
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