Schandmaul – 26.10.2014 – E-Werk, Köln

Feuerschwanz03Es gibt bestimmte Dinge, die braucht der Mensch zum Leben: Essen, Trinken und hin und wieder ein gutes Konzert. Bei letzterem kann man dann von Glück sagen, dass es Bands wie Schandmaul gibt, die in regelmäßigen Abständen ihren Tourbus besteigen und die Leute mit ihren Liedern erfreuen. So auch am letzten Sonntag im Kölner E-Werk. Mit von der Partie die Barden von Feuerschwanz, die es als einzige mir bekannte Band schafftenein Konzert zu früh zu starten. Ja, ihr lest richtig. Zehn Minuten vor regulärem Konzertbeginn wurden die ersten Songs bereits zum Besten gegeben und schaute man sich im vollgepacktem E-Werk um, so schienen die meisten Narren und Närrinnen den Liedern nicht ganz so abgeneigt. Songs wie Herz in Sturm oder Niemals endenden Gelage wurden zum Besten gegeben, aber dass die Band auch ruhiger kann, zeigten die Mannen um Hauptmann Feuerschwanz und Prinz Hodenherz III. mit Auf Wiederseh’n.

Vierzig Minuten vergingen wie im Flug und auch wenn die Band die Menge gut zu unterhalten verstand, so freute man sich trotzdem arg als Feuerschwanz sich verabschiedeten und die Bühne für den Hauptakt des Abends vorbereitet wurde. Leider hieß es dieses mal warten bis die Hallenbeleuchtung ausging und Glockenschläge Schandmaul und den ersten Song des Abends, In deinem Namen, ankündigte. Schatten huschten über die Bühne, die Fans jubelten und schon ging es los. War dies eigentlich ein Lied, welches auf dem Album Unendlich nicht unbedingt zu einen meiner Favoriten gehörte, stellte es sich nun eindeutig als grandioser Opener heraus.

Natürlich ließ es Thomas Lindner sich nicht nehmen, die Fans danach gebührend zu begrüßen und ihnen für ihr Kommen zu danken, gerade denen, deren Weg sie zum Kölner Hauptbahnhof führte, wo es am Sonntagabend zu Ausschreitungen zwischen Hooligans und Salafisten kam. Thomas hatte noch einiges mehr dazu zu sagen, doch eines der wohl aussagekräftigsten Statements folgte später am Abend, als die Band Bunt und nicht Braun anstimmte, welches von den Anwesenden mit viel Zustimmung und Enthusiasmus entgegengenommen wurde. Doch bevor es soweit war, hatte das Sextett noch so einiges mehr im Repertoire so u.a. Auf hoher See, Mit der Flut und Trafalgar. Ziemlich wellenlastig, wird sich nun der eine oder andere denken, aber da nicht nur Thomas, sondern auch der Rest, für mich unter die Kategorie Seebären fallen, wunderte dies einen nicht wirklich. Da Seebären aber auch gerne erzählen, gab es dann sogar zwei mal große Märchenstunde.

Schandmaul11Bei der ersten war die Vorstellungskraft der Anwesenden gefragt, die sich mit geschlossenen Augen die sechs Musiker in ihrem Proberaum beim Aufräumen vorstellen sollten und wie sie dann eine Kiste fanden, in denen sich…olle Kamellen befanden. Welch eine Freude, Lieder wie den Narrenkönig, Leb oder auch Krieger zu hören. Mit viel Jubel, noch mehr Gesang und Applaus bedankte sich das Publikum für ein jeden Song und gab den Schandmäulern noch viel mehr zurück, als es um Lieder wie Der Teufel… und Lichtblick ging. Gerade bei ersterem war das Zusammenspiel zwischen Band und Fans einwandfrei ohne auch nur einmal etwas durchzuproben. Als Krönung durfte man dann auch noch mal Hauptmann Feuerschwanz und Prinz Hodenherz III. auf der Bühne begrüßen die Der Teufel… zum Abschluss brachten.

Einmal kurz durchgeatmet und weitergemacht, denn wer rastet, der rostet und das gibt es bei Schandmaul nicht. So kam dann alsbald auch die zweite Märchenstunde und dieses mal richtig mit Buch, denn die Schandmäuler haben auch an die kleinen Narren und Närrinen gedacht und ihr erstes Märchenbuch geschrieben: Schandmäulchens Abenteuer. Ein ganz herzallerliebstes Buch über den kleinen Narr, der auszog, um die Welt zu erkunden. Und was wäre Schandmaul, wenn es da nicht musikalische Untermalung zu gäbe und so gab es noch als kleine Zugabe Pirat vom dazugehörigen Album.

Schandmaul03

Allerdings können auch Schandmaul ruhig und bedächtig und was wäre ein Konzert ohne Willst du oder Dein Anblick? Genauso unvorstellbar wie ein Konzert ohne Walpurgisnacht. Alles Songs die auch an diesem grandiosen Abend nicht fehlen durften. Ein Lied, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt, wurde an diesem Abend dann direkt als erste Zugabe gespielt: Euch zum Geleit. Ein Lied über Abschied und der Hoffnung für das Danach, fantastisch umgesetzt und ein sicherer Tränengarant.

Doch dann wurde es Zeit tatsächlich auf Wiedersehen zu sagen, gerade bei einer so herzlichen Band wie Schandmaul etwas, was man nur ungern tut. Allerdings ist dieses Band genauso wie der Titel ihres letzten Albums: Sie sind unendlich. Deswegen heißt es wahrscheinlich hier auch nur bis zum nächsten Mal.

Melle/Rockinwords

www.schandmaul.de
Schandmaul auf FB

Rockinconcert: Schandmaul
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