Oomph! – XXV
Label: Airforce1 Records (Universal)
Release: 31.07.2015

81poNY1Pg7L._SL1417_25 Jahre gibt es sie schon, genauer gesagt sogar etwas länger. Seit 1992 haben sie 13 Studioalben veröffentlicht. Nun brauchte es drei Jahre bis Oomph! ihr silbernes Jubiläum mit der Veröffentlichung ihrer neuen Platte XXV feierten. Am 31.07.2015 erschien endlich der neue Longplayer der Wolfsburger, der mehr als sehnlichst erwartet wurde.

Blättert man das Booklet durch, springen einem Namen wie Simon Michael, Bodenski und Frau Schmitt entgegen. Diese kennt man allesamt von Subway To Sally. Kein Wunder, hat doch die halbe Kombo tatkräftig an XXV mitgearbeitet. So hat zum Beispiel Simon Michael die kompletten Drums eingespielt und alle Tracks co-produziert. Frau Schmitt hingegen hat bei einigen Songs (Als wärs das letzte Mal, Fleisch und Fell & Leis ganz leis) die Violinenparts beigesteuert und Bodenski hat sich – wie sollte es auch anders sein – als Songwriter betätigt.

Aber kommen wir dann mal zum Endergebnis: Bereits der zweite Song auf der Tracklist ist die erste Singleauskopplung Alles aus Liebe. Wem jetzt direkt Campino ins Ohr brüllt: Vergesst das ganz schnell wieder. Uns erwartet vielmehr eine große und schwere Ballade, die im Refrain aber doch sehr an Tempo aufnimmt. Die Dramatik steuern hier Streichinstrumente bei, die sich wunderbar zwischen Drums und Gitarre einfügen. Alles aus Liebe ist übrigens auch eine Co-Produktion, jedoch nicht mit Subway To Sally-Migliedern, sondern mit Rupert Keplinger, den man als Gitarrist bei Darkhaus und Bassist bei Eisbrecher kennt. Da haben Dero Goi und seine Kollegen also aus den Musikerkollegen-Vollen geschöpft.
Ein ähnlich melancholisch anmutendes Lied ist Mary Bell – gleichzeitig aber auch ein Highlight der Platte. So melancholisch das Ganze auch klingt, so sehr hat man im Refrain das Bedürfnis zu schunkeln. Das mag aber an dem Mittelalter-Einschlag liegen, den XXV mit sich bringt. Ob wir das Subway To Sally zu verdanken haben oder nicht: Es passt. Irgendwie schaffen Oomph! es, dieses Genre mit ihrem zu vermischen und sich immer noch treu zu bleiben.
Mit All deine Wunden finden wir auch wieder wie üblich Lyrics, bei denen wir zu Beginn noch denken, dass Dero aber ein sehr schönes Liebeslied geschrieben hat… bis so Sätze ertönen wie „Du allein gehörst nur mir, bis zum letzten Tropfen Blut“. Und trotzdem ist man verliebt, egal wie irre oder verwirrend sich die Lyrics mal wieder präsentieren. Aber wenn der Frontmann etwas kann, dann Texte schreiben, die gleichzeitig so komplex und doch klar sind, dass es einen immer wieder erstaunt und gefangen nimmt. Das wird wohl auch auf ewig der gravierendste Unterschied zwischen Oomph! und anderen (deutschen) Industrialbands sein.
Spieler ist dann wieder ein sehr temporeiches Stück mit einem drängenden Refrain, der einen beim Zuhören einfach völlig mitreißt. Inhaltlich geht es wie so oft um eine Schwäche des Menschen und denen, die diese ausnutzen. Und leider leider hat Dero einmal mehr mit dem Recht, was er da zum Besten gibt.
XXV wird dann ganz ruhig – wie der Titel schon sagt – mit Leis ganz leis beendet. Ein wunderbares Outro, welches sich live bestimmt wunderbar inszenieren lässt und ganz in Oomph!-Manier gleichzeitig schön und bedrohlich daherkommt, gepaart mit der üblichen Portion Wahnsinn.

Insgesamt haben Oomph! Mal wieder ein großartiges Album hingelegt. Die drei Jahre Warten haben sich definitiv gelohnt. Obwohl es mich beim ersten Mal Hören nicht so umgehauen hat wie Ego oder Wahrheit oder Pflicht, lässt es einen nicht mehr los und mit den diversen Gastmusikern haben Dero und seine Kollegen definitiv die richtigen Ideen gehabt. Herzlichen Glückwunsch zu einem Vierteljahrhundert fantastischer Musik!

Molle/Rockinwords

http://www.oomph.de
https://www.facebook.com/oomphband

Oomph! Auf Tour im Oktober:

19.10.2015 – Live Music Hall, Köln
20.10.2015 – Markthalle, Hamburg
21.10.2015 – Kesselhaus, Berlin
23.10.2015 – Theaterfabrik, München

Rockinrecords: Oomph! – XXV
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