SIXX:A.M. – Prayers For The Damned (Vol. 1)
Release: 29. April 2016
Label: Eleven Seven Music / Warner

sixxamDa weinen die meisten noch um Mötley Crüe, die vor kurzem ihre allerletzte Tour gespielt haben, da steht Bassist Nikki Sixx schon mit dem vierten Album seines Soloprojektes SIXX:A.M. In den Startlöchern. Am 29. April 2016 wird das gute Stück mit dem Namen Prayers For The Damend erscheinen und wer weiß, vielleicht ist es für den ein oder anderen Mötley-Fan ja ein (kleines) Pflaster auf der Wunde.

Der 11 Songs starke Longplayer beginnt direkt mal mit der Single Rise, die bereits Anfang März veröffentlicht und zumindest in den USA im Radio rauf und runter gespielt wurde. Nach einer halben Minute und spätestens im Chorus weiß man ganz genau, warum Rise als erste Single auserkoren wurde. Ein einfach gestrickter Song, in den jedoch alles reingepackt wurde: Eine eingängige Hookline, eine mitklatschwürdige Bridge und chorähnlicher Gesang. Eine Hymne eben. Ein Hymne, die sich so im Ohr festkrallt, dass man über die 0815-Mischung hinwegsieht. So machen das die Profis.
Mit I’m Sick kann Sänger James Michael, den man auch als Produzent, Tontechniker oder Songwriter von Größen wie Meat Loaf, Alanis Morissette und – wie sollte es auch anders sein – Mötley Crüe kennt, dann mal so richtig zeigen, was er draufhat. Mit seiner kräftigen und eindringlichen Stimme passt er perfekt zu den lauten Riffs und schnellen Beats, bei denen man sich fragt, ob es wirklich drei Menschen alleine schaffen, solch eine Masse an Tönen zu erzeugen.
Wie der Titel es schon vermuten lässt, erwartet uns mit Better Man der erste balladenähnliche Song auf der Tracklist. James Michael gibt hier nochmal alles und scheint sein volles Stimmvolumen auszunutzen um das fast epische Stück zum Besten zu geben. Episch, weil hier auch einfach alles groß klingt. Gitarre, Bass und die immer wieder Spannung aufbauenden Drums. Trotzdem kommt man ja nicht umhin, das ganze hier und da ein wenig schnulzig zu finden (hatte ich Meat Loaf nicht eben erst erwähnt?). Das hat doch nicht mehr soviel gemein mit „Hard Rock“ aber muskalisch kann man einfach nicht meckern.
Belly of the Beast – das klingt doch schon mal weit weg von einer Ballade. Und das ist es auch. Und überraschend. Durch die abgehakten Lines in der ersten Strophe klingt der Song fast elektronisch, dann ein bisschen nach Hip Hop – also rappen könnte man das ganze auch. Der Refrain ist dann wieder typischer Head-Bang-Hard-Rock. Das muss Crossover auf SIXX:A.M.-Art sein. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig aber interessant – und das ist nun nicht negativ gemeint.
Mit Rise of the Melancholy Empire schließt Prayers For The Damned. Was wie ein ganz ruhiger Song mit behutsamen Gesang beginnt, endet im Refrain schließlich in heulenden Gitarren und rauhen Vocals. „We will grow strong from this“ – auch der Text passt zu dem eher nach Melodic Metal klingendem letzten Track auf der Scheibe, in dem man aber auch das vermutlich beste (und längste) Gitarrensolo des ganzen Albums zu hören bekommt.

Was SIXX:A.M. mit Prayers For The Damend geschaffen haben, kommt irgendwie überraschen. Man erwartet doch Hard Rock und was bekommt man? Eine fantastische Mischung aus allem. Man hat einfach immer Mötley Crüe im Kopf und zieht automatisch vergleiche. Aber so gerne wir den 80er Rock lieben, das hier klingt einfach moderner und eingängig ohne langweilig zu werden. Nikki Sixx geht also mit der Zeit und wird mit seinem Soloprojekt ganz bestimmt ohne Probleme an Mötley Crüe-Erfolge anknüpfen können.

Molle/Rockinwords

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Rockinrecords: SIXX:A.M. – Prayers For The Damned (Vol. 1)

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