Bald stehen noch ein paar Festivals in England an, doch danach ist erstmal Funkstille im Hause Mallory Knox, denn die Jungs gehen ins Studio, um an ihrem besten Album aller Zeiten zu arbeiten. Über eben jenes Meisterwerk in der Mache und über das Leben als Support Band haben Sänger Mikey und Gitarrist Joe noch im Februar mit uns gesprochen, als sie eben als Support Band mit Sleeping With Sirens nach Deutschland gekommen waren.

mkIch glaube, das hier ist nicht eure erste Tour mit Sleeping With Sirens, oder?
Mikey: Nein, das stimmt. Wir waren mit ihnen letztes Jahr auf ihrer World Tour in den USA, das waren ganze 2 Monate.

Und wie war das so?
M: Gorßartig! Fantastisch, wirklich. Wir haben eben erst gesagt, dass das eine super Chance war, um die Jungs kennen zu lernen und eine gute Beziehung aufzubauen, bevor wir jetzt auf diese Tour gegangen sind. Weißt du, meistens ist die erste Woche einer Tour ein gegenseitiges Kennenlernen, man muss erstmal das Eis brechen. So war das jetzt super, wir konnten einfach da weitermachen, wo wir aufgehört haben.

Also seid ihr jetzt eine große Tour-Familie?
Joe: Absolut.

Und ihr bereut es nicht, jetzt nochmal mit ihnen auf Tour zu sein?
J: Es ist super, es fühlte sich wirklich wie eine Reunion an, als wir uns alle wiedergetroffen haben. Als ob sich Freunde wiedersehen. Das war wirklich cool.

Ich glaube, das letzte Mal wart ihr mit One OK Rock in Deutschland. Das war ja mal etwas ganz anderes. Wer hat denn diese Entscheidung getroffen, mit einer J Rock Band auf Tour zu gehen?
J: Ohne jetzt kaltblütig und geschäftsmäßig klingen zu wollen, aber die Größe der Venues war letztendlich ausschlaggebend. Wir kannten diese Szene gar nicht, aber sie spielen jeden Abend vor 4000 bis 5000 Leuten. Am Ende der Tour waren wir gute Freunde und sie sind eine super Band. Ich würde jederzeit wieder mit ihnen auf Tour gehen! Ihr Publikum war richtig offen uns gegenüber, das hatten wir nicht erwartet. Wir dachten „Oh Gott, der Saal könnte einfach ganz still sein, kein Applaus“ und so etwas. Aber nein, wir hatten eine tolle Zeit. Eine der besten Support Touren, die wir je gemacht haben, weil das Publikum so offen war und bereit, uns zu erstragen *lacht*
M: Ich glaube, es war interessant, ich meine natürlich wissen wir, dass nicht alle J Rock Bands gleich sind, aber vor allem One OK Rock hat einen ziemlich ähnlichen Stil, verglichen mit uns. Tucker ist ein fantastischer Sänger, es hat einfach überall gepasst. Wir sind auf Tour gegangen und kamen sehr zufrieden nach Hause.
J: Ich denke, es spricht für sich, dass sie mit Sleeping With Sirens, All Time Low, Pvris und solchen Bands auf Tour waren. Mir scheint es, dass es da einen Link zu unserer Szene gibt, dass wir uns ähnlich sind, obwohl sie gleichzeitig ganz anders sind.

Die Szene scheint ja eigentlich erstmal komplett unterschiedlich zu sein.
J: Ja allerdings.
M: Aber dann auf der anderen Seite wieder nicht. Das ist nur eine Grenze, weißt du.
J: Eigentlich sind es auch nur Musik Fans.
M: Und das ist es. Solche Touren sind richtig gut, die heben solche Grenzen auf. Wenn jetzt jemand kommt und fragt, ob wir eine J Rock Band supporten wollen, wäre das kein Problem. Man ändert dadurch die Perspektive und das ist etwas Einzigartiges.

Hattet ihr keine Angst, als die Tour losging?
J: Nicht wirklich, wir hatten schon mehrere solcher Touren.

Zum Beispiel?
J: Eine der ersten Touren, die wir in England hatten, da waren wir noch Babies, richtig jung. Unser Manager hat uns auf diese Tour geschickt, um unsere Hörner abzustoßen und uns abzuhärten, denn da waren noch 5 richtige Hardcore Bands dabei. Ich weiß nicht, ob sie dir etwas sagen, aber TRC, Feed the Rhino… also richtige heavy Bands. Und wir mussten immer zuerst spielen, jede Nacht. Eine Rock Band.
M: Wir waren noch nicht mal eine richtige Rock Band.
J: Wir waren eigentlich eine Emo Band. Und wir mussten mit diesen Hardcore Bands spielen, jede Nacht, in irgendwelchen kleinen Spelunken in England. Oh mein Gott, war das schrecklich. Aber eins sage ich dir, diese Tour hat uns allen etwas sehr wichtiges gebracht: Wir haben unsere Angst verloren und das ist wohl die Antwort auf deine Frage. Jetzt kannst du uns vor jedes andere Publikum in der Welt stellen und wir würden denken, das kann nicht so schlimm sein wie auf jener Tour. Wir haben das Schlimmste hinter uns. Das Pflaster ist ab, fertig.
M: Es sei denn wir werden für die ASAP Rocky Tour gebucht. Dann hätte ich Angst.
J: Oder Slayer.
M: Ja, Slayer, ASAP und vermutlich so etwas wie Baby Metal. Wir sind das genau Gegenteil von Baby Metal: weder Babies noch Metal.
J: Ich hab sie mal auf einem Festival gesehen und irgendwie Panik bekommen.

Ich verstehe Baby Metal nicht. Irgendwie begreife ich sie nicht.
M: Sie sind… interessant.
J: Ich dachte mal genau so und dann habe ich sie auf dem Sonisphere Festival in England gesehen. Und ehrlich gesagt waren sie großartig! Ich werde jetzt nicht hingehen und ihr Album kaufen, aber es war so unterhaltsam und die Band, die sie hatten, war auch richtig gut. Also… Sie sind drei junge Leute, die die Welt auf ihren Tourneen bereisen, insofern. Viel Erfolg an sie… von Mallory Knox. *lacht*

Können wir denn in der nicht allzu fernen Zukunft eine Headline Tour von euch erwarten oder müssen wir damit bis zum neuen Album warten?
J: Nein, das könnt ihr leider nicht. Das ist die harte Wahrheit, oder? Wir würden gerne ja sagen und wir haben das ja auch schon versucht, aber…
M: Nein, wir konzentrieren uns jetzt erstmal voll auf Album Nr. 3 in den nächsten Monaten. Das wird ein richtig großes Ding für uns und wir wollen damit auch richtig etwas erreichen. Und deswegen möchten wir damit alles richtig machen. Was das Touren angeht, wir haben wirklich jede Absicht und wollen es wirklich versuchen, so oft wie möglich wieder nach Europa zu kommen. Wir haben schon gesagt, es ist echt traurig, dass es eigentlich so nah dran ist, aber dann doch so weit weg, weil sich das Ganze so schwer auf die Beine stellen lässt. Aber wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr Zeit investieren und wieder herkommen.

Ich bin ja schon dankbar, dass ihr jetzt überhaupt hier seid.
J: *lach* Ja, das ist auch unser Plan. Wir haben immer gesagt, dass wir erstmal ein paar gute Support Touren machen müssen, um ein Bild davon zu bekommen, wie viele Tickets wir hier drüben wert sind. Und ich glaube, das haben wir jetzt gemacht. Wir hatten auf dieser Tour schon einige super Shows, wo die Leute unsere Texte kannten oder Mallory T-Shirts im Publikum waren. Also glaube ich, dass wir jetzt das Selbstvertrauen haben, bald selbst hier zu touren. Also wenn Album Nr. 3 da ist, dann wird es eine Headline Tour in Europa geben. Und die wird hoffentlich ein Erfolg.

Ihr werdet hier ja auch öfter mal im Radio gespielt.
J: Das haben wir auch gehört! Wir haben bei Rock am Ring gespielt und plötzlich hat da jeder bei Ghost in the Mirror mitgesungen. Und wir dachten uns „Woher können sie das mitsingen?“ Und die Frau von unserem Label meinte dann „Ihr seid im Radio, wisst ihr das nicht?“. Also das war wirklich eine angenehme Überraschung. Toller Tag.

Könnt ihr mir denn etwas über das neue Album erzählen? In welche Richtung es gehen wird?
M: So richtig können wir noch nicht so viel sagen, um ehrlich zu sein. Aber wir sind ganz schön gespannt auf das neue Album. Wir sind fest davon überzeug, dass es das beste sein wird, was wir je gemacht haben. Und es hat sich sicherlich weiterentwickelt in Sachen Reife und den Inhalten. Und ich glaube, dass es alle ganz schön aus den Socken hauen wird. Es werden alle etwas überrascht sein. Wenn nicht, dann liegen sie falsch.
J: Das ist jetzt nicht subjektiv, das neue Album IST fantastisch.
M: Genau, das ist keine Meinung, das ist ein Fakt. Wir haben ein leises Selbstvertrauen und sind richtig aufgeregt. Ich weiß, dass das jetzt nicht sonderlich interessant für die Leser ist, aber wir freuen uns richtig, wenn die Fans aus aller Welt das Album zu hören zu bekommen. Und darauf konzentrieren wir uns in den nächsten Monaten.

Also verabschiedet ihr euch in Richtung Studio, wenn ihr hier fertig seid?
J: Nein, wir sind gerade noch mitten im Schreibprozess und müssen einige Demos aufnehmen. Wir haben schon einige Demos und müssen wiederum noch mehr aufnehmen. Und bis diese Demos alle zusammenkommen, wissen wir gar nicht, wohin die Reise geht. Bisher sind wir richtig happy, wir sind alle durchweg aufgeregt und freuen uns über die neuen Songs. Ich meine, wir waren schon immer happy über unsere Songs, wir haben noch nie ein Album veröffentlicht, das wir nicht mochten. Aber für mich wird das hier ein Album, das ich auf jeden Fall kaufen würde und über das ich mich freuen würde, weil es alles hat, was ich von einem Rock Album erwarte.
M: Und das ist „leise selbstbewusst“. Warte mal ab, bis wir „laut selbstbewusst“ sind! Dann sind wir wie Tome Delonge mit Angels and Airwaves: „Das hier klingt nach Himmel. Oder als ob Gott es gemacht hätte!“ Wir werden dann über uns in der dritten Person sprechen.

Wenn ihr auf eure noch junge Karriere zurückschaut, was war bisher eurer größtes Highlight?
M: Das ist eine interessante Frage. Es gibt so viele. Jahr für Jahr, fast Monat für Monat gibt es neue Level, neue Ziele. Wenn ich mir alles insgesamt schaue, ist für mich das Großartigste, was passiert ist, das war etwa 30 Sekunden, bevor wir auf die Main Stage vom Reading Festival in England gegangen sind. Wir waren hinter schwarzen Stoffbahnen und wurden gerade als erste Band des Tages auf der Main Stage angekündigt und die Menge schrie so laut! Das hat sich richtig in mich eingebrannt. Was für ein Gefühl! Ich war so stolz und ich weiß nicht, ob ich das noch einmal fühlen werde. Ein besonders einzigartiger Moment.
J: Da muss ich auch wirklich zustimmen. Reading war wirklich besonders. Und wir sind in dieser tollen Position, dass wir bisher mit jeder Tour wachsen konnten. Am Ende jeder Tour waren wir größer, spielten unsere bis dato größte London Show. Letztes Jahr haben wir im Roundhouse gespielt, da waren 3000 Leute! Und ich hatte vorher immer so viele Bands dort spielen sehen und mir gedacht: „Oh Gott, wie können wir nur jemals so groß werden?“ Und dann kurz bevor wir auf die Bühne gehen, habe ich realisiert: „Oh Fuck, we did it. Wir haben es geschaft.“ Also ja, Reading und Roundhouse.

Könnt ihr euch noch an die Erwartungen erinnern, die ihr hattet, als ihr mit dieser Band angefangen habt? Wieviel davon ist bisher wahr geworden?
M: Das ist recht witzig. Die Erwartungen, die dafür gesorgt haben, dass wir Erfolg hatten, vor allem am Anfang, waren wohl, dass wir keine Erwartungen hatten. So viele Bands, inklusive uns in anderen Bands vorher, haben viel Zeit damit verschwendet, über Dinge nachzudenken wie „Ich will so aussehen und mich so anhören. Wenn ich so alt bin, möchte ich hier sein. Wenn ich so alt bin, möchte ich das erreicht haben.“ Und das erschafft eine Welt voller Enttäuschungen und Niederlagen. Und als wir in diese Band gekommen sind, hatten wir die Ansicht, dass wir einfach Songs schreiben, die uns gefallen, wenn wir zusammen proben. Und falls wir Shows spielen, zusätzlich dazu. Dann ist das ein Zusatz. Wir haben echt nicht erwartet, dass es in die Richtung ging, in die es jetzt läuft.
J: Ich erinnere mich sogar an Gespräche – weißt du, wir hatten alle Jobs nach der Schule – dass wir uns überhaupt nicht bemühen sollten, Live Shows zu spielen. Wir sollten das einfach als Hobby sehen. Und dann haben wir unseren ersten Song auf MySpace gestellt und unser Manager hat sofort Kontakt zu uns aufgenommen und uns diesen Hobby-Gedanken ausgetrieben. Er sagte: „Wenn ihr da jetzt Arbeit reinsteckt, dann könnte das wirklich etwas werden.“ Und bisher, ich muss es leider zugeben, hatte er Recht. *Lacht*

Ich glaube, das war ein toller Satz, um das Interview zu beenden. Vielleicht habt ihr noch ein paar Famous Last Words für uns?
J: Oasis sind die beste Band der Welt. Live Forever!
M: Fass das nicht an.

Alles klar, dankeschön für eure Zeit!

Penny/Rockinwords

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Rockintalks – Mallory Knox
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