Vlad In Tears – Unbroken
Label: NoCut (SPV)
Release: 12.08.2016

UNBROKEN COVER+LOGOS newDer Sommer 2016 ist eine gute Zeit für Vlad in Tears. Nicht nur dass mit dem Auftritt auf dem M’era Luna ein großes Festival ansteht, nein zum selben Zeitpunkt kommt auch ein neues Album auf den Markt. Und auch wenn es schier unmöglich scheint, sich mit einem Bandnamen wie dem ihren aus dem Spinnennetz des ihnen zugeschriebenen „Vampirrocks“ (Zitat diverse Magazine und Radio-Sender) zu befreien, mit Unbroken springen sie kräftig drauf und zermahlen diese Zuschreibung mit schnellem, hartem Alternative-Rock zu Staub.
Schon mit dem ersten Track Blame Yourself geht das Album von 0 auf 100 in 5 Sekunden. Kein seichtes Intro, kein Schnickschnack, einfach Vollgas. Das einzige, was diesem Song eine gewisse Ruhe verleiht, ist der Gesang von Frontmann Kris Vlad, der stellenweise sehr melodisch ist, während seine Bandkollegen weiterhin auf die Pauke hauen. Der Kontrast macht den Song erst richtig besonders.
Ähnlich bei Burn Inside, zu dem die Band bereits ein Video veröffentlicht hatte. Gar keine schlechte Wahl, wie ich finde, da dort ein breites Spektrum geboten wird, von etwas Gothic/New Wave angehauchten Keyboardklängen bis hin zu lauten, bretternden Gitarren und auch gesanglich ist von verruchtem Hauchen bis Shouting alles dabei.
Vielseitig geht es auch weiter. Während Lies vom Gitarrenspiel meiner Meinung nach total nach Rammstein klingt, ist der Anfang von Okay geradezu verspielt und fröhlich. Und auch den Rest des Songs verortet man eher in der britisch/amerikanischen Alternative-Szene als auf dem M’era Luna. Gott sei Dank tragen die Jungs immer noch schwarz, machen sehr laute Musik und geben ihren Songs Namen wie Don’t Let Us Fall und My Shade. Ein bisschen Romantik bleibt da doch übrig.
Apropos Romantik, manchmal – naja, selten – wird es auch mal ruhig auf Unbroken, zum Beispiel bei Still Here. Hier gibt es endlich das erwartete ruhige Intro bis leise der Gesang einsetzt, in der Bridge kommt die Gitarre dazu, im Refrain dann der Rest. Klassisch und gut. Und auch mal eine Verschnaufspause bis zum Endspurt des Albums. (Am Ende gibt es von dem Song noch eine Piano-Version geschenkt, die ebenfalls sehr hörenswert ist).
Es geht dann hin und her wie auf dem Tennisrasen: My Shade haut direkt wieder voll rein, Dew wiederum dreht alles stark nach unten und ist mit seinem synthetischen Sound eine Oase inmitten dieses doch recht harten Rock-Sounds. Dann wieder: Slave, laut und schnell, Broken Bones nur mit Kris und Akustik-Gitarre. Und schließlich We’re Done (super Titel für einen Abschluss-Song und musikalisch ein absolutes Brett) und die Piano-Version von Still Here.

Fazit:
Erstmal durchatmen. Dieses Album hat so viel Power, dass man sich danach fast wie überfahren fühlt. Es wirkt wie ein Ventil, bei dem die Jungs erstmal all das rauslassen mussten, was ihnen in den letzten Monaten so widerfahren ist. Daher ist das Album auch nichts für schwache Nerven. Wer hingegen auf gute, harte Gitarrenmusik steht, kommt bei dem Album voll auf seine Kosten. Und wer es live erleben will, muss nicht unbedingt zum M’era Luna, denn die Jungs gehen im September auf Deutschland-Tour!

Hier die Daten:

09.09.2016 – Privatclub, Berlin
10.09.2016 – Markthalle (Marx)
15.09.2016 – MTC, Köln
16.09.2016 – Kulttempel, Oberhausen
17.09.2016 – Club Schulz, Ottweiler
23.09.2016 – Backstage Club, München
02.10.2016 – Reithalle Strasse E, Dresden (Support für Crematory)

Penny / Rockinwords

http://vladintears.com/
https://www.facebook.com/vladintearsofficial/

Rockinrecords: Vlad In Tears – Unbroken
Markiert in:                                         

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.