Dreadful Shadows, Zeraphine und Solar Fake. Sven Friedrich ist ein viel beschäftigter Mann. Auf dem Amphi-Festival traten dieses Jahr Zeraphine auf und kurz vor ihrem Auftritt nahmen Sven und Norman sich ein wenig Zeit um uns ein paar Fragen über ihre Zukunftspläne, Svens Organisation seiner 3 Bands und wer am Besten einen Zeraphine-Song perfomen könnte, zu beantworten.

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Es ist doch recht still um Zeraphine geworden. Wie sieht es aus, gibt es konkrete Pläne bezüglich eines neuen Albums oder eine Richtung, in die Zeraphine sich entwickeln soll?
Sven: Ja es gibt Pläne, die sind zwar noch nicht sehr konkret, aber wir arbeiten daran. Also wir arbeiten an neuem Material und hoffen, das dann alsbald mal als Platte zu veröffentlichen.

Das letzte Zeraphine-Album „Still“ habt ihr ja auf eurem eigenen Label Phonyx Records veröffentlicht. Seid ihr damit zufrieden, wie alles gelaufen ist? Wollt ihr auch in Zukunft auf eigene Faust weitermachen?
Sven: Grundsätzlich sind wir zufrieden, so wie es gelaufen ist, aber wir haben festgestellt, dass es sehr sehr viel Arbeit ist und dass wir die eigentlich kaum bewältigen können. Das war schon eine extreme Zeit und deswegen sind wir gerade hin- und hergerissen, ob wir nicht doch wieder eine Plattenfirma nehmen, die das dann macht und wir uns mehr auf’s Musikmachen konzentrieren können als auf das Geschäftliche. Also wie gesagt: Es ist gut gelaufen, aber wir waren ein gutes Jahr mit diesem Album beschäftigt ohne an irgendwas anderes zu denken und das ist ein bisschen viel.
Norman: Wenn man sich die Arbeit ersparen kann, dann sollte man das auch tun.

Wie sieht es mit weiteren Konzerten aus? Wird es bald eine neue Zeraphine-Tour geben?
Sven: Also ohne neues Album wahrscheinlich nicht, wah?
Norman: Wahrscheinlich nicht, vielleicht ein paar einzelne Konzerte, aber ich denke eine Tour lohnt sich einfach nicht. Da bekommen die Leute nur das zu hören, was sie vor einem Jahr gehört haben und das lohnt sich nicht.

Spielt ihr lieber auf Festivals vor einem größeren Publikum oder in Clubs bei einer wesentlich intimeren Atmosphäre?
Norman: Beides ist toll, also es ist halt völlig unterschiedlich. Auf einem Festival hast du halt voll den Überblick über die Bühne und in kleinen Clubs kommuniziert man halt mehr, man bekommt die Reaktion besser zurück. Es ist beides toll.
Sven: Ich schließ mich an.

Als vor einem Jahr auch hier auf dem Amphi Festival der erste Auftritt der Dreadful Shadows stattfand, war dieser als „exklusiver“ und „einmaliger“ Auftritt angekündigt. Sven, du hast damals auch darauf bestanden, dass das nicht als ein Dreadful Shadows Revival gesehen werden soll. Seit dem spielen die Shadows aber doch recht regelmäßig für eine Band, die es eigentlich nicht gibt. Wie ist das zu verstehen?
Sven: Naja, regelmäßig spielen wir ja nicht. Wir haben im letzten Jahr 6 Konzerte gegeben, glaub ich, und in diesem Jahr 2 und das ist jetzt nicht so wahnsinnig viel. Es ist halt keine Reunion, weil‘s die Band an sich ja nicht mehr wirklich gibt. Wir machen Konzerte und sind keine existente Band, die neue Songs schreibt und neue Alben macht, halt diese ganzen Mechanismen. Wir spielen halt einfach unsere alten Songs und das macht Spaß.
Norman: Und da es ja noch Leute gibt, die es unbedingt hören wollen..
Sven: Genau.
Norman: Daher machen wir das halt. Weil’s uns Spaß macht.

Wie kam es zu dem Projekt „Solar Fake“?
Sven:
Ähm… sach du mal.
Norman: Ja, also wir haben da mal überlegt, dass Friedrich was solo machen sollte…
Sven: Nee, also ich wollte schon immer mal was komplett Elektronisches machen. Dat war halt eigentlich alles, hab dann ein bisschen Songs geschrieben und an Sounds rumgebastelt. Dat lief halt über einen ganzen Zeitraum, irgendwann war halt soviel Material da, dass ich dachte: “Kann man ja mal schauen, was man damit machen kann.“.
Also war halt eher so ein schleichender Prozess als komplett geplant und da ich sowas schon immer mal machen wollte, hat sich das gerade mal angeboten.

*will sich eine Zigarette anstecken und fängt an, in den Taschen zu wühlen* Scheiße, Moment. Es gibt nix blöderes als ne Zigarette und kein Feuer.

Wenn man die Shadows mitzählt, hast du im Moment 3 Projekte und diverse andere kleinere Kooperationen wie z. B. Leandra. Wie willst du es in Zukunft handhaben? Willst du versuchen, alles parallel laufen zu lassen oder willst du dich dann stärker auf eine Sache konzentrieren?
Sven: Nee, das läuft natürlich parallel, ganz klar. Das wechselt sich halt immer ab. Jetzt ist halt als nächstes erst mal wieder Zeraphine dran. Dann wird auf jeden Fall wieder Solar Fake dran sein und ich mein, Shadows ist ja sowieso nicht ernst zu nehmen, also im Prinzip, weil wir ja Großartiges nicht machen, also mal proben für Konzerte, aber…

Welche Songs spielt ihr am liebsten live bzw. welchen Song würdet ihr gerne mal live spielen.
Sven: Von anderen Bands?
Norman: Wir haben ja schon soviel von anderen Bands gespielt.
Sven: Wir suchen uns ja für jede Tour einen Cover-Song aus, den wir dann spielen.
Norman: Wir hatten schon Placebo, Coldplay…
Sven: … Depeche Mode auf der letzten Tour. Wat wir von uns am liebsten spielen? Wes ick nisch, dat is alles jeil. Heute spiel ich am liebsten „Traumaworld“, weil wir das schon ewig nicht mehr gespielt haben, da freu ich mich jetzt schon drauf.
Norman: Das wechselt halt immer mal.

Was ist deiner Meinung nach der beste Song, den du je geschrieben hast?
Sven: Sach mal, jetzt sag du mal. Ick wes nisch… Ich find ja dein bester Song… ah egal.
Norman: Also einer deiner besten Songs ist auf jeden Fall von den Shadows „Courageous“ und von Zeraphine – keine Ahnung.
Sven: Also von Zeraphine sind’s ja eh alle.
Norman: Unfair den anderen Songs jetzt gegenüber, wenn wir da jetzt einen rausheben würden.
Sven: Ja, das sowieso. Von deinen find ich „Licht“, „Siamesische Einsamkeit“ und „Traumaworld“ und und und …

Bei welchem Künstler würdet ihr euch freuen, wenn er eure Songs performen würde?
Sven: Keene Ahnung. Weiß ich nicht. Kommt drauf an, wie er es macht, dat find ich dann eher interessant.

Wir haben zu schwere Fragen aufgeschrieben…
Norman: Kurt Krömer.
Sven: Ja, Kurt Krömer wäre sehr lustig. Ja nee, ich glaube das würde auch nicht funktionieren. Helge Schneider.
Norman: Ja, Helge Schneider ist auch klasse

Sven, du legst öfters als DJ in Clubs auf, wie bereitest du dich darauf vor? Gibt es bestimmte „Mottos“ deiner Musikauswahl?
Sven: Nee, ich bereite mich gar nicht darauf vor, ich leg auf, was ich mag. Ich gucke aber schon, ob Leute dazu tanzen, weil es gibt ja auch diese Gast-DJs, denen es dann scheißegal ist, ob die Tanzfläche voll ist. Zu denen gehöre ich nicht. Aber ich versuche immer, nicht das aufzulegen, was mir nicht gefällt, weil dann macht es mir keinen Spaß. Aber das ist von Club zu Club verschieden. Es gibt Clubs, da komm ich wunderbar klar, da weiß ich genau, was ich machen muss. Aber es gibt auch Sachen. wo ich denk: „Oh was ist denn hier los?“.
Ich bereite mich darauf wirklich nicht vor, deswegen leg ich immer zusammen mit einem DJ, der normalerweise in dem Club auflegt, auf, der mir dann sagen kann: „Das brauchste gar nicht erst zu versuchen.“.

Welche Frage wolltet ihr immer mal gestellt bekommen?
Sven: Wir haben alle Fragen schon gestellt bekommen.
Norman: Und meistens wollten wir das nicht.
Sven: Nee, aber ich glaube es gibt wirklich noch keine Frage, die nicht gestellt wurde. Glaube nicht, mir fällt zumindest keine ein.
Norman: Jedenfalls keine…
Sven: … die mit uns zu tun hat. Ja klar, gibt immer so Fragen… Oh, hör mal, Welle:Erdball *tanzt*.

Famous last words: Habt ihr noch irgendetwas zu sagen?
Sven: Wir? Haben wir jemals was zu sagen gehabt?
Norman: Nee stimmt.
Sven: Nee, wir haben nix zu sagen. Wir machen nur Musik.
Norman: Sonst könnten wir ja auch Gedichte schreiben.
Sven: Aber schönen Dank!

Danke auch an euch für das nette und vor allem lustige Interview im Stehen vor dem Backstage-Eingang!

Lou&Molle/Rockinwords

www.zeraphine.de
www.myspace.com/zeraphine
www.myspace.com/zeraphinenet

Rockintalks: Zeraphine
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Ein Gedanke zu „Rockintalks: Zeraphine

  • 27. Juli 2008 um 1:17 pm
    Permalink

    Ein nettes Interview und vor allem lustig anzusehen. Beim Nachlesen ist es nur ein wenig störend, dass immer wieder der berliner Dialekt dazwischen geschoben wird – das ist doch wesentlich lustiger, wenn man es nur hört…

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