Frank Carter & The Rattlesnakes – Modern Ruin
Release: 20.01.2017
Label: International Death Cult

Frank Carter: Rotschopf, Engländer und ehemaliger Sänger der legendären Band Gallows. Doch vor allem: heutiger Frontmann der Hardcore-Band Frank Carter & the Rattlesnakes, die im Frühjahr 2015 erst das Licht der Welt erblickte und jetzt schon ihr zweites Album veröffentlicht – Modern Ruin.

Und das überrascht zu Beginn erst einmal. Das Intro Bluebelle wirkt geradezu fragil, nur ein bisschen Gitarre und sanfter Gesang – haben wir uns hier im Künstler vertan? Doch Lullaby nimmt dem Namen zum Trotz sofort das Tempo auf und starke Gitarren zaubern einen tanzbaren, live-tauglichen Rock-Song hin, der jedoch eine Frage hinterlässt: Gar kein Shouting? Vielleicht hat das Intro doch den Weg durch das Album vorgegeben.
Und auch im nächsten Song (Snake Eyes) dominiert der Gesang. Hier und da blitzt Geschrei durch und gibt dem sonst recht nach Vintage Rock’n’Roll (Arctic Monkeys lassen grüßen) klingenden Lied die nötigen Ecken und Kanten, um im Kopf zu bleiben. Doch dann hören sich die meisten anderen Songs des Albums (z.B. Vampires, Jackals) ganz ähnlich an. Das mag ein durchdachtes Gesamtkonzept sein, ist aber wenig überraschend.
Dann aber Acid Veins: Eine Mischung aus Grunge und Blues, dazu der bettelnde Gesang von Frank Carter: I wanna feel it, the acid in my veins… Ein absolutes Highlight, ebenso Thunder. Dieser scheint zunächst der ruhigste Song des Albums zu werden, baut sich jedoch zum Ende hin immer weiter auf, bis… es plötzlich endet. Stark. Genau wie Neon Rust, welches das Album beschließt.
Modern Ruins, der Titeltrack des Albums, hätte fast auf Blossoms passen können und es wundert etwas, warum gerade dieser als zumindest namentlicher Repräsentant des Albums ausgewählt wurde, da seine Härte sonst fast nirgendwo auf der Tracklist zu finden ist.

Fazit:
Es hätte alles so schön sein können. Nein Spaß, das hier ist kein schlechtes Album. Doch waren die Erwartungen nach Blossoms vielleicht zu groß oder auch einfach zu verschieden. Vielleicht ist es etwas Persönliches. Vielleicht bin ich der einzige Mensch, der gelangweilt ist von der Musik, die momentan so überall veröffentlich wird. Aber leider passt Modern Ruin – das Album, nicht der Song – über große Stellen hinweg genau in diese Schublade: Wenn du über die Überraschung hinweg bist, dass diese Platte wesentlich softer ist als ihre Vorgängerin, gibt es kaum noch Überraschungen. Trotz allem bin ich fest davon überzeugt, dass live noch einmal alles anders ist. Ich glaube, dass das richtig stark wird. Und dass andere Menschen meine negative Einstellung nicht teilen. Boo me.

Penny/Rockinwords

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Rockinrecords: Frank Carter & The Rattlesnakes – Modern Ruin
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