Lower Than Atlantis // Young Guns
05.03.2017
Berlin – Maschinenhaus

Welchen besseren Plan kann es für einen Sonntagabend geben, als ihn im kuscheligen Berliner Maschinenhaus zusammen mit zwei von Englands feinsten Rockbands zu verbringen: Lower Than Atlantis und Young Guns, auf ihrer Co-Headline-Tour durch die Gefilde des europäischen Kontinents.

Den Anfang machte das Quartett von Lower Than Atlantis, die vor einem Monat ihr Album Safe in Sound veröffentlicht haben und im Zuge dessen vor allem in ihrer Heimat ordentlich durch die Decke gehen und die bisher größten Gigs ihrer Karriere spielen dürfen. Das Maschinenhaus war schon ordentlich gefüllt, als sie um 20 Uhr die Bühne betraten, und begrüßte sie lautstark. Das Publikum war erfreulich durchmischt, Beanies trafen auf Skinheads, Fred Perry-Poloshirts auf schwarze Metal-Band-Shirts. Radio Fritz und Star FM in Kooperation quasi.
LTA legten erst mal mit zwei Songs ihres neuen Albums vor, die das Publikum in Tanzstimmung bringen sollten (Had Enough, Dumb) und dem Anspruch auch gerecht wurden. Bei den Songs, die die Band gerade produziert, ist es so gut wie ausgeschlossen, dass sie ein schlechtes Konzert spielen. Seien es die neusten Songs wie Work For It oder Vertreter des letzten Albums wie Stays The Same oder Words Don’t Come So Easily – niemand kann sich dem Bewegungsdrang erwehren. Und auch wenn Sänger Mike Duce vor der Show Bedenken ob des unterkühlten Berliner Publikums gehabt hatte, sah er diese während des Auftritts beiseite gewischt.

Und so positiv das jetzt klingt: Einige Aspekte störten dann doch den über große Strecken guten Auftritt:
1.) Sänger Mike Duce fiel in alte Muster zurück und sang sehr viel durch seine Zähne.
2.) Die Songübergänge waren unsauber, nach dem Ende eines Lieds fielen die Zuschauer aufgrund der eintretenden Stille wieder in ein Loch und mussten dann erst wieder neu motiviert werden. Außerdem waren die Intros zu lang oder wurden doppelt gespielt, was den Fluss des Auftritts gestört hat.
3.) Mike Duce ist schon ein weirder Typ, dessen Bemerkungen über Baby-Exkremente u.ä. deplatziert waren. I mean: Read the crowd, man!

Nach einer Umbaupause dann das Kontrastprogramm: Eine aufwändig choreografierte, schweißtreibende Show der Young Guns. Während bei LTA alle Bandmitglieder auch noch ein Instrument spielen, hat man hier mit Gustav Wood einen echten Frontmann, der mit dramatischen Gesten und körpersprachlich unterstützten Ansagen das Publikum durch das Set peitschte. Ja, peitschte. Es ging so weit, dass ich mich als Zuschauerin in einer Bringschuld sah, als ob die Band Geld gezahlt hätte, um mich zu sehen… Gut, das klingt jetzt etwas seltsam.
Die Band spielte sich in einer guten Dreiviertelstunde durch 4 Alben Bandgeschichte. Von Echoes und Bulletproof hin zu „Klassikern“ wie Bones und Stitches kamen alle auf ihre Kosten, auch wenn zu Beginn ihres Sets der Raum beängstigend leer war und man Angst haben musste, alle seien nach LTA gegangen. Aber sie waren dann doch nur alle rauchen oder mal für kleine Schneeleoparden. Es wurde gesprungen, viel getanzt und gesungen, sprich: Ein wirklich guter Sonntagabend.

Penny / rockinwords

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