Sugarplum Fairy – 18.05.2009 – Köln – Luxor

102_7572Sieht man sonst immer schon nachmittags gut belebte Straßenabschnitte vor Clubs, in denen abends ein Konzert stattfinden soll, so überraschte meine Sugarplum-Fairy-Erfahrung vom ersten Moment an: Um 17.00 Uhr, pünktlich zum Interview, war ich der einzige Mensch vor dem Kölner Luxor. Doch die Illusion eines fast leeren Clubs sollte später am Abend verpuffen.

Kurz vor Einlass befanden sich dann doch einige Fans in Reih und Glied auf der Luxemburger Straße und warteten gespannt auf den Einlass. Nach einigen kleineren Auseinandersetzungen mit den Türstehern, waren die ersten Zuschauer des Abends in dem gemütlichen Club. Eines fiel von vorneherein auf: Wenn jemand gemischtes Publikum hat, dann Sugarplum Fairy. Dort stand ein Paar in den Fünzigern neben einer Gruppe Mädchen, die schätzungsweise zwischen 13 und 16 Jahren alt waren, während man hier und da Pärchen Mitte 20 oder Eltern mit ihren 10 jährigen Kindern beobachten konnte. Eine Band für die ganze Familie also.

Vorband an diesem Abend war die Reisegruppe Fischer, die ein ganz angenehme und lockere Atmosphäre schaffte und mit deutschen Texten überzeugt. Man dachte ein bisschen an Rosenstolz, ein bisschen an Juli und Silbermond und schon war die Umbaupause in vollem Gange. War ich vorher noch die erste am Club, so füllte sich mittlerweile der ehemalige Prime Club mehr und mehr und kurz bevor Sugarplum Fairy die Bühne betraten war der Raum gerappelt voll und man hatte Mühe, sich durch die Menge zu schieben, ein kühles Getränk zu ergattern – geschweige denn einen Platz mit guter Aussicht auf die Bühne zu finden. Und als das Licht schließlich gedämmt wurde, war das Luxor brechend voll und die Stimmung zum Bersten gespannt.
Schließlich löste sich dieselbige in Jubel, Klatschen und Hüpfen auf, als nach und nach Victor (Gesang, Gitarre, Bass), Carl (Gesang, Gitarre, Orgel, Klavier, Harmonika), David (Bass, Gitarre, Orgel, Klavier), Kristian (Schlagzeug, Percussion) und Jonas (Backing Vocals, Gitarre) die Bühne betreten. Von der ersten Minute an – nämlich den ersten Tönen des Songs ‚You can’t kill Rock’n’Roll’ – spürt man eine derart gute Laune, dass man kaum stillstehen kann. Sieht man sich dann die jungen Männer an, wird einem schnell klar: Die gute Laune muss ansteckend sein. Und schaut man noch genauer hin, so wundert man sich kaum mehr, dass im Zusammenhang mit Sugarplum Fairy immer noch oft die Band von Victors und Carls Bruder Gustaf, Mando Diao, erwähnt werden. Die Ähnlichkeit lässt sich einfach nicht abstreiten, auch wenn Sugarplum Fairy so oft betonen, dass sie ihr ganz eigenes Ding machen wollen. Vielleicht sind sich die drei Brüder einfach zu ähnlich.
102_7553Die Band spielt an diesem Abend eine wunderbar gemischt Auswahl ihrer Alben. Vor allem aber vom aktuellsten Album ‚The Wild One’ hört man besonders viel, unter anderem den Song, der dieser Tour den Namen gegeben hat: ‚The Escapologist’. Die Stimmung war ausgelassen und auch auf der Bühne wurde es allein durch Victor und Carl, die sich immer wieder am Mikro abwechselten, nie langweilig. Mittlerweile musste man sich im Luxor die Sicht auf Bühne wahrlich erkämpfen, so eng war es in dem Club geworden. Doch die Masse vor der Bühne hüpfte in einem Takt auf und ab so dass gar kein Gedrängel entstehen konnte. Jedes einzelne Wort von Liedern wie ‚Marigold‘ und ‚Never thought I’d say that it’s allright‘ wurde mitgesungen oder besser: geschrien. Band und Publikum feierten wirklich eine einzige Party und man konnte gar nicht anders als mitzumachen. Auch die Beine der Eltern, die an dem Abend wohl nur Taxi und Aufpasser ihrer Kinder spielten, wippten mit, während die jungen Schweden einen gelungenen Mix aus langsameren und schnelleren Nummern zum Besten gaben. Musikalisch lassen sich Sugarplum Fairy auf jeden Fall nicht Lumpen. Fast jeder der Jungs spielt mindestens zwei Instrumente und auch an diesem Abend sah man vor allem die beiden Frontmännern mit Tamburin, Gitarre, Bass und natürlich Mikrophon jonglieren und doch kam man in den Genuss einer voll organisierten Bühnenshow, die besser nicht hätte sein können.

Nach guten 1,5 Stunden und zwei Zugaben verließen die sympathischen Skandinavier ebenso gut gelaunt die Bühne wie die verschwitzten Zuschauer den Club. Und noch draußen glänzten vor lauter Freude ihre Augen.
Auch wenn ich mich damit weit aus dem Fenster lehne: Sugarplum Fairy können ihren ‚großen Brüdern‘ von Mando Diao alle Male das Wasser reichen.

Molle / Rockinwords

Rockintalks: Sugarplum Fairy

www.sugarplumfairy.nu

Rockinconcerts: Sugarplum Fairy
Markiert in:             

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This blog is kept spam free by WP-SpamFree.