Marmozets – Knowing What You Know Now
26.01.2018
Roadrunner Records
 
Nichts, absolut nichts wird an das grandiose Debüt-Album dieser blutjungen Truppe aus Yorkshire, England herankommen. Zu überraschend, zu unangepasst war The Weird and Wonderful Marmozets, um diesen Erfolg auch nur ansatzweise zu wiederholen. Doch mit ihrem Nachfolger, dem eben erschienenen Knowing What You Know Now, kann man zumindest eines attestieren: Marmozets sind keine Eintagsfliege, sie sind gekommen um zu bleiben.
Drei Songs hatte das Quintett im Voraus veröffentlicht: Play, Habits und Major System Error, die die Songs 1, 2 und 4 auf dem Album darstellen und die Couleur der Platte schon ganz gut wiedergeben. Zwei Dinge wurden dabei schnell deutlich:

a)     Sängerin Becca Macintyre hat die Kopfstimme für sich entdeckt
b)     Wie erwartet ist alles eine Spur glatter produziert

Zu a)
Was war das für ein Genuss, dieses „Singen“ von Becca! Ohne Angst vor Missklängen schrie und sang sie sich durch das Debütalbum, eine „Angry Woman“, wie sie im Buche steht. Ein Tier. Es war klar, dass sich das zum zweiten Album hinweg ändern würde, denn das ging ohne Zweifel auf die Stimmbänder. Nichtsdestotrotz bleibt die Stimme unangepasst: Gepiepse in den Balladen (z.B. bei Insomnia), schrille Töne in den schnellen Songs (Major System Error u.a.), es bleibt spannend. Zum Glück.

Zu b)
Schnell war klar, wie die 5 jungen Menschen aus Nordengland mit ihrer Musik bei den Anhängern der Rockszene ankamen. Ausverkaufte Touren waren nur ein Indiz dafür. Klar, dass man für die Produktion des zweiten Albums mehr Sorgfalt und Geld investierte, um aus dem Überraschungshit eine bleibende Sensation zu machen. Daher fehlt im direkten Vergleich der Lärm, der bei der Weird and Wonderful-Platte doch gerade den Charme ausgemacht hatte. Es gibt viele Ohrwürmer, die zwar vor Energie sprühen, aber vielleicht hier und da etwas Edgyness vermissen lassen (Like A Battery, Lost in Translation)

Fazit:
Jedoch verliert Knowing What You Know Now nur in diesem direkten Vergleich. Wer den Vorgänger nicht kennt (Shame on you!), wird sicherlich nichts vermissen. Der Bass ist laut, die Gitarren meist verzerrt und Beccas Bruder Josh Macintyre gibt ordentlich Gas an den Drums. Die Songs gehen nach vorne und machen wirklich Lust auf die kommenden Liveauftritte. Es ist also beruhigend, dass die Marmozets trotz ihres Erfolgs ihre Unangepasstheit so weit es geht erhalten haben. Rock music isn’t dead after all…

Tourdaten:
21.02.2018 – Cassiopeia, Berlin
22.02.2018 – Headcrash, Hamburg
23.02.2018 – Luxor, Köln

Penny / Rockinwords

Rockinrecords: Marmozets – Knowing What You Know Now

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