Don Broco – Technology
02.02.2018
Sharptone

Puh. Nun also ein weiteres Album von Don Broco, dem Quartett aus Bedford, England, dem musizierenden Junggesellenabschied, der vor Testosteron triefenden Pumper-Truppe. Technology heißt es und es ist eigentlich alles, was ich mir vorgestellt habe.

Denn mit den bereits veröffentlichten Titeln spielten sie mit den Erwartungen ihrer Fans: Ganze sechs Songs hatten sie schon über diverse Plattformen verbreitet, angefangen mit dem trashigen Everybody, welches schon im Jahre 2016 das Licht des Internets erblickte und noch die auf dem Vorgänger Automatic redundant verwendeten Kuhglocken läuten ließ. Das scheint sich durch die musikalische Biografie von Don Broco ziehen, denn ebenso gab es auf Automatic das weit vorher veröffentlichte You Wanna Know,welches doch besser auf ihr Debüt-Album Priorities gepasst hätte.

Dann folgte Pretty, ein Song der gemacht scheint, um ihn entweder bei heruntergelassenen Fenstern in unseren tiefer gelegten Muscle Cars oder beim Pumpen im Gym zu hören. Dann der Titeltrack Technology, daraufhin T-Shirt-Song, welches an die Anfangszeit der Band erinnert. Schließlich noch Stay Ignorant und Come Out To LA, auf dem Drummer Matt als zweiter Sänger seinen großen Auftritt hat. Zu Pretty und Come Out To LA gab es auch noch teuer anmutende Musikvideos, in denen zuerst Bassist Toms „Hochzeit“ in einem Gesichtsmassaker endet und dann im zweiten Video Sänger Rob erst überfahren wurde und dann als Terminator-Hommage zurückkehrte.

Bei all diesem Produktions- und Promotionswahnsinn, der dieses Album begleitete und aufgrund der Größe der Band zumindest in England auch in gewisser Weise angemessen scheint, geht irgendwie unter, dass das hier gar kein schlechtes Album ist. Reißerische Songs wie Pretty überlagern in ihrer Präsenz durchdachtere Songs wie Stay Ignorant oder The Blues, in denen sich die Band auf ihre musikalischen Stärken (sofern vorhanden, ich bin mir da immer noch nicht sicher!) konzentriert. Hier fühlt man sich an das Debüt-Album erinnert, weiche Stellen wechseln sich mit harten Gitarrenriffs ab und es bleibt doch durchweg ein gewisser Groove, bei dem man sich plötzlich erwischt, wie man mit dem Oberkörper von links nach rechts tanzt und den Kopf zum Takt der Musik mitnicken lässt.

Fazit:
Ich glaube, wir alle sollten zur nächsten Tour von Don Broco gehen. Dieses Album ist gefüllt mit Live-Krachern, die ihr volles Potential erst entfalten, wenn man sie von der Bühne aus entgegengeknallt bekommt. Lyrisch ist Technology natürlich wieder mal keine Offenbarung (ich verweise auf die oben verwendeten Bezeichnungen für die Band), aber wen kümmert das, wenn er beim Hören oder beim Gig eine gute Zeit hat?

Penny / Rockinwords

www.donbroco.com
www.facebook.com/donbroco

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