Nothing But Thieves /w Deaf Havana + The Blackmordia
06.11.2018
Berlin – Astra

Am 6. November machten die Briten von Nothing But Thieves mit ihrer Broken Machine Tour Halt in der Hauptstadt und bespielten mit einem wunderbaren Alternative-Pop-Rock-Line Up das Berliner Astra. Mit von der Partie waren die Franzosen von The Blackmordia sowie die nicht ganz unbekannten Jungs von Deaf Havana aus Norfolk/UK.

Die Opener des Abends, The Blackmordia, hatten wir leider verpasst, sind uns aber sicher, dass sie eine großartige Show abgeliefert haben, nachdem sie diesen Sommer schon erfolgreich KISS supportet und sich nun schon fleißig auf den ersten Konzerten der Tour mit Nothing But Thieves warmgespielt hatten.

Wir kamen jedoch dann pünktlich um zu sehen wie sich das ausverkaufte Astra langsam füllte und man sich auf der Bühne auf die zweite Band des Abends – Deaf Havana – vorbereitete. Die Band rund um Sänger James Veck-Gilodi betrat pünktlich um 20.30 Uhr die Bühne und legte direkt mit einem ihrer neuen Songs aus dem kürzlich erschienen Album Rituals los. Wenn man Deaf Havana eine Weile verfolgt, ist es zwar noch immer ein bisschen amüsant-ungewohnt, wenn der Fronter mit Käppi bekleidet während der neuen Songs so gut wie keine Gitarre mehr spielt sondern fröhlich seinen neuen Synthesizer bedient. Hat man sich aber auf die neuen, eher poppigen, Songs eingelassen, reihen sie sich doch irgendwie wunderbar in die Diskografie der Briten ein. An diesem Abend spielten sie eine ausgewogene Mischung aus alten und neuen Songs. Der neueste Hit Sinner durfte natürlich nicht fehlen, ebenso wenig wie ihre Ode an die Hauptstadt Cassiopeia („Oh Berlin, my love, I got you underneath my skin“) und der Mitsing-Garant Trigger.

Nach viel zu kurzen 30 Minuten mussten Deaf Havana leider die Bühne für den Headliner des Abends räumen. Kleine Bemerkung am Rande: Deaf Havana spielen einfach zu gute Headliner-Shows um sie nur als kurzen Support zu erleben. Also schaut sie Euch im März an, wenn sie mit ihrer eigenen Tour zurück nach Deutschland kommen!

Zum Ende des Change-Overs hatte sich das Astra bis auf den letzten Zentimeter gefüllt und man erwartete gespannt den Gastgeber des Abends. Wenn man wie ich Nothing But Thieves zwar diverse Male, aber immer „nur“ als Support oder in wesentlich kleineren Locations erlebt hat, war man doch erstaunt zu sehen, wieviele Leute diese Band mittlerweile zieht. Das Publikum war bunt gemischt und es war von jungen Mädels über Gruppen von Mittzwanzigern bis zu älteren Ehepaaren alles dabei. Je breiter die Hörerschaft gefächert, desto größer die Reichweite – das ist aber nur eine Zutat aus dem Erfolgsrezept der Briten, die gut gelaunt gegen 21.30 Uhr die Bühne betraten. Sänger Conor stimmte den ersten Song des Abends – I Was Just A Kid – an und sofort strömten auch die letzten Besucher, die sich noch in den Vorräumen des Astras aufgehalten hatten, in die Konzerthalle, um bloß nichts zu verpassen. Es dauerten noch maximal drei Songs und die Halle war zum Bersten gefüllt mit tanzenden und singenden Menschen. Bei dem allseits beliebten Take This Lonely Heart sangen die Fans aus vollen Kehlen mit und Conor hatte mit seiner markant-hohen Stimme fast Mühe, diese trotz der Technik noch zu übertönen.

Neben Conors Stimme, die das Markenzeichen von Nothing But Thieves ist, darf man jedoch auch nicht den Rest der Band vergessen oder gar unterschätzen. Joe, Dom, Phil und Price spielten was das Zeug hielt und spiegelten die gute Laune ihrer Zuhörer 1:1 auf der Bühne wieder. Neben Take This Lonely Heart spielten die Briten noch weitere Songs aus ihrer im Oktober erschienenen EP What Did You Think When You Made Me This Way? – nämlich You Know Me Too Well und Forever And Ever More. Generell hatten Nothing But Thieves eine sehr ausgewogene und lange Setlist im Gepäck. Diese endete zunächst mit dem Hit Sorry, bei dem man nicht wusste, wer mehr über sich hinauswuchs: Die Band oder das Publikum. Im Astra herrschte eine unglaublich ausgelassene Stimmung und das bei einer Band, die gar nicht viel Firlefanz auf der Bühne veranstaltete. Sie brauchten nur ihre Instrumente und ihr sympathisches Auftreten und erschafften damit eine allumfassende Euphorie, mit der sie ihre Zuhörer auch zunächst zurückließen, bevor sie mit ganzen drei Zugaben noch einmal auf der Bildfläche erschienen. Als endgültig letzter Song des Abends wurde natürlich Amsterdam zum Besten gegeben und nach insgesamt gut 90 Minuten war dann leider endgültig Schluss.

Wie oft erlebt man das heute noch? Dass eine Band es schafft, solch einen Club zu füllen mit „nichts“ außer ihrem puren Können und ihrem musikalischen Talent? Nothing But Thieves haben sich bilderbuchartig hochgearbeitet, ohne große Bühnenshows, dafür mit viel Ausdauer und harter Arbeit. Schön, dass so etwas heute auch noch belohnt wird!

Molle/Rockinwords

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Setlist Nothing But Thieves:

I Was Just A Kid
Ban All The Music
Wake Up Call
Soda
Broken Machine
Take This Lonely Heart
I’m Not Made By Design
Live Like Animals
Number 13
You Know Me Too Well
Particles
If I Get High
Trip Switch
Forever And Ever More
Sorry
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Afterlife
Itch
Amsterdam

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