Don Broco
24.01.2019
Berlin – Bi Nuu

Endlich!
Endlich!
Endlich spielten Don Broco eine Headliner-Show in Berlin.

Nachdem sich ihre „Europa“-Touren bisher in der Regel auf wenige Auftritte im Westen Deutschlands, den Benelux-Staaten und Paris beschränkte, weiteten sie die Tour zu ihrem letztes Jahr erschienenen Album Technology nun endlich auch auf östlichere Gefilde aus und so führte der Tourplan die Band an diesem Donnerstagabend ins Berliner Bi Nuu.

Angefeuert wurde das Publikum zunächst von der Schweizer Metalcore Band Dreamshade, die im aufgrund der langen Garderobenschlange spärlich besetzten Publikum doch schon einige eingefleischte Fans hatten, und so war die Stimmung von Anfang an gut und machte Lust auf mehr. Es folgten die Alternative-Pop-Rocker Emarosa, die den langen Weg aus Kentucky auf sich genommen hatten. Sie brachten direkt einige aufregende Tricks, z.B. ritt der Gitarrist auf den Schultern des Bandfotografen, natürlich weiterhin Gitarre spielend, durch das Publikum und später gab es noch einen Backflip von Bassist über Sänger. Solche Dinge zeigen die Mühen, die die Band in die Vorbereitung der Live-Shows gesteckt hatte und sie konnten stimmlich und musikalisch weitgehend überzeugen, jedoch wurden diese Talente vom recht lustlos wirkenden Sänger Bradley Walden und seiner Catch Phrase „This is a song by us“ überschattet.

Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt also keineswegs ideal und dann dauerte die folgende Umbaupause tatsächlich geschlagene 45 Minuten. Erste maulende Stimmen wurden laut und Angst vor Enttäuschung kochte hoch. Doch dann ging das Licht aus, Drummer Matt, Bassist Tom und Live-Keyboarder Adam betraten die Bühne. Und als Matt die ersten Takte von Come Out To L.A. sang, strömten schon Massen von Menschen in die Mitte des Publikums, um 30 Sekunden später den ersten von vielen Moshpits an diesem Abend zu eröffnen.
Pünktlich dazu erschien auch Sänger Rob Damiani in einem Berlin-Fanshirt auf der Bühne und heizte dem tanz-, sing- und springwilligen Publikum die kommenden 80 Minuten mehr und mehr ein. Unsichtbar blieb an diesem Abend Gitarrist Simon. Nachdem das Konzert in Warschau zwei Tage zuvor aufgrund seiner schweren Grippe-Erkrankung ausfallen musste, saß er verborgen in einer dunklen Ecke der Bühne und spielte dort sein Programm, da er noch zu schwach war, um auch nur länger aufrecht zu stehen. Wohl auch ein Grund, warum sie die Setlist ohne Pause durchspielten und auf eine klassische Zugabe verzichteten.

Da der Rest des Auftritts bis auf klitzekleine Schwächen bei Tightrope oder The Blues, die inmitten der sonst so kraftvollen Hits leicht abfielen, schlicht und ergreifend grandios war, kann ich an dieser Stelle auch schon gleich zum Fazit kommen:
Was den künstlerischen Wert der Musik aus dem Hause Don Broco angeht, das mögen alle für sich einschätzen. Die Live-Qualität jedoch ist einfach unanfechtbar, weil unübersehbar ist, wie sehr die Band für ihre Auftritte brennt. Nichts scheint sie glücklicher zu machen, als wenn das Publikum am Ende des Sets heiser und durchgeschwitzt nach Hause geht und dafür geben sie – wie an Gitarrist Simon ersichtlich wurde – einfach alles.
So geht man schließlich eben verschwitzt und heiser in die eiskalte Berliner Winternacht hinaus und wünscht sich, dass ein solcher Abend kein Einzelfall bleibt, sondern sich bald wiederholt. Und oft. Sehr oft. Wie heißt es noch so schön in ihrem Song Pretty?

Eight days a week, sucker, eight days a week.

Penny/Rockinwords

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Setlist:
Come Out to L.A.
Pretty
Superlove
Technology
The Blues
Money Power Fame
Tightrope
Everybody
Stay Ignorant
Automatic
Keep On Pushing
Priorities
Greatness
You Wanna Know
Nerve
T-Shirt Song

Rockinconcerts: Don Broco
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